Dankbarkeit für das Alltägliche

Wie uns Dankbarkeit dabei hilft, unser Leben mehr zu genießen. 5 Fragen, die du dir stellen solltest, um jeden Tag zu schätzen.

In den letzten Tage wurde ich mir wieder eine sehr wichtige Sache bewusst. Auch wenn es sich „abgenutzt“ anhört: Wir schätzen etwas meistens erst dann, wenn wir es nicht mehr haben. Und wir vergessen viel zu oft, wie gut wir es haben. Der Grund meiner neuen „Hellsichtigkeit“: Ich habe nun fast 2 Wochen wegen einer Nervenentzündung im Bett (und teilweise im Krankenhaus) gelegen. Das ist zwar sehr unangenehm, aber ich merke, dass es mir immer besser geht und ich weiß, dass es wieder heilen wird.

Sieh dir an, was du hast – was dir jeden Tag geschenkt wird.

Solche Momente machen mir immer wieder klar, wir dankbar ich für mein Leben sein kann. Es ist, als ob man einen Spiegel vorgehalten bekommt: sieh dir an, was du hast, was dir jeden Tag geschenkt wird. Natürlich nervt es mich, Zuhause herumzuliegen und nichts machen zu können. Doch ich halte mir vor Augen: Ich habe einen Körper, der mich jeden Tag schützt und der seinen Job wirklich gut macht. Wenn man sich mal überlegt, gegen was alles das Immunsystem jeden Tag ankämpfen muss, ist es ja fast ein Wunder, das wir überwiegend gesund sind! Jeden Tag erneuern sich tausende Zellen, es werden hunderte Liter Blut durch die Venen gepumpt und gereinigt. Das Skelett, die Muskulatur, das Nerven- und Hormonsystem und vieles mehr arbeiten zusammen und vollbringen täglich Höchstleistungen.

Platz für Demut und Dankbarkeit

Unser Körper ist wirklich ein Meisterwerk! In diesen Tagen bin ich besonders dankbar dafür, eine gesunden Körper zu haben, der nur ab und an Mal aus der Bahn gerät. Und dass die Menschen um mich herum keine schweren Krankheiten haben, die ihr Leben bestimmen. Natürlich weiß ich nicht, ob es in einer Woche, einem Monat oder in zehn Jahren immer noch so aussieht. Aber heute, in diesem Moment, bin ich zutiefst dankbar dafür.

Es gibt jeden Tag etliche Dinge und Situationen, die nicht perfekt sind, komplett schief gehen oder uns aufregen. Und mindestens ebenso viele, für die wir dankbar sein können. Doch oft sind wir zusehr mit der negativen Seite beschäftigt und es bleibt nicht viel Platz für die Dankbarkeit.

Vielleicht wäre »Demut« wieder ein Begriff, der mehr Bedeutung erhalten sollte. Ich bin nicht gläubig, jedenfalls nicht in dem Maß, wie es diverse Religionen vorschreiben. Doch vielleicht ist es an der Zeit, das wir nicht einem Gott, sondern dem Leben selbst eine gewisse Demut und Dankbarkeit entgegenbringen.

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Wir können so verdammt dankbar sein!

Es gibt so vieles, für das wir dankbar sein können: für die Schönheit der Natur, die uns umgibt. Dafür, das wir tausende Emotionen erleben und erfahren dürfen. Für unseren Partner, Freunde, Kinder, für das Lachen eines Fremden auf der Straße. Für unsere Sinne, die uns jeden Tag in diese Welt eintauchen lassen. Dafür, das wir die Fähigkeit besitzen, Dinge zu erlernen, Bücher zu schreiben, Lieder zu komponieren und Meisterwerke zu malen. Wie können lieben und weinen, reisen und heimkehren. Wir können Motorrad fahren, ein Haus bauen, Pflanzen züchten und Pläne schmieden. Wir können fliegen, tauchen, surven und rennen. Und noch vieles, vieles mehr.

Wir können dankbar dafür sein in Deutschland zu leben, einem reichen und kriegsfreiem Land mit einem unfangreichen Kulturangebot, Gesundheits- und Bildungssystem. Natürlich ist nicht alles perfekt und es gibt vieles, was verbessert werden muss. Doch wenn wir unsere Scheuklappen abnehmen und uns ansehen, wie es in anderen Ländern aussieht, dann können wir gar nicht anders, als einzusehen: Es geht uns wirklich gut!

Wir können kein Anspruch darauf erheben, dass uns etwas lebenslänglich zusteht. Wir können nur »Danke« dafür sagen, wenn es uns einen Tag länger geschenkt wird.

Der falsche Fokus

Wir richten unseren Fokus zu oft auf das, was uns fehlt. Und wir meckern auf sehr hohem Niveau. Wir sind ganz getrieben von der Vorstellung, dieses und jenes besitzen oder erreichen zu müssen, um glücklich zu sein. Wenn wir erst befördert werden, ein dickes Auto besitzen, ein tollen Körper haben oder den perfekten Partner gefunden haben – dann sind wir angekommen, dann endlich können wir das Leben genießen.

Das Problem daran ist: diese Situation wird niemals eintreten. Denn noch bevor wir dieses eine Ziel erreicht haben, wartet schon das nächste auf uns. Und so geht es immer weiter, ohne das wir jemals ankommen. Wie bei einem Esel, dem man die Mohrrübe vor die Nase hält.

Ich möchte kein Esel mehr sein. Natürlich habe ich Vorstellungen, nach denen ich mein Leben ausrichte und auf die ich hinarbeite. Das ist auch gut und richtig so, denn Entwicklung ist genauso wichtig wie das Innehalten. Doch ich werde mich auch wieder auf das besinnen, was ich momentan habe, und mehr Demut und Dankbarkeit zeigen.

Wir gewöhnen uns sehr schnell an etwas – doch wir sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass nichts selbstverständlich ist. Wir können kein Anspruch darauf erheben, dass uns etwas lebenslänglich zusteht. Wir können nur »Danke« dafür sagen, wenn es uns einen Tag länger geschenkt wird.

Ich habe daher beschlossen, mir ab sofort jeden Tag abends zu überlegen, für was ich an diesem Tag dankbar bin. Ich bin überzeugt davon, dass diese kleine Übung sehr hilfreich und wichtig ist, um den Fokus wieder auf den Moment zu richten und zu schätzen. Und damit jeden Tag mehr zu genießen. Wollt ihr euch mir anschließen?

Hier 5 Fragen, die euch dabei helfen, Alltägliches wieder zu schätzen:

  1. Für welche Momente, Erfahrungen oder Menschen bin ich heute besonders dankbar?
  2. Wie zeige ich meine Dankbarkeit?
  3. Gab es heute eine Situation, die leichter war als gedacht?
  4. Welche Menschen haben mir heute geholfen?
  5. Gab es Probleme und Hindernisse, für dich ich dankbar sein kann?

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