Warum Geld allein nicht glücklich macht

Können wir durch das Genießen glücklicher werden? Und ist Geld ein Garant für ein glückliches, intensiver Leben?

Was braucht ihr, um glücklich zu sein und euer Leben zu genießen? Vielleicht einen Sechser im Lotto? Ein Traumhaus in Frankreich, edlen Schmuck und jeden Abend eine Flasche des teuersten Champagners? Nie wieder arbeiten müssen?

Ja es stimmt, Geld macht glücklich – bis zu einem gewissen Maß. Die persönlich empfundene Lebensqualität steigt jedoch lediglich bis zu einem Jahresnettoeinkommen von knapp 60.000 Euro, haben US-Forscher herausgefunden – alles darüber hinaus verpufft. Und auch Lottomillionären sind, nachdem die anfängliche Euphorie verflogen ist, kaum glücklicher als Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

Geld alleine scheint nicht die Lösung zu sein

Was führt also dazu, das wir ein glückliches und genussvolles Leben führen? Geld allein scheint nicht die Lösung zu sein. 
Wer bei Amazon das Stichwort Glück eingibt, erhält rund 25.000 Treffer. Das Thema boomt, jeder Mensch scheint auf der Suche nach dem großen Glück, nach dem Allzweckmittel für ein erfülltes Leben. Ist es vielleicht der Genuss, der uns glücklich machen kann?

Ist es vielleicht der Genuss, der uns glücklich machen kann?

Neben dem Scheiben ist eine besondere Leidenschaft von mir das Fotografieren. Ich liebe es, die Schönheit und die Eigentümlichkeit eines Moments einzufangen und festzuhalten. Das Fotografieren schult meinen Blick für den Moment und die Einzigartigkeit in eigentlich alltäglichen Situationen.

Bestimmt ist euch folgende Situation bekannt: Ihr habt vor ein neues Auto einer bestimmten Marke zu kaufen. Und plötzlich seht ihr überall dieses eine Auto in den Straßen, es scheinen kaum mehr andere Autos unterwegs zu sein. Solche Situationen, die von unserer selektiven Wahrnehmung bestimmt sind, gibt es zuhauf. Wir nehmen das wahr, worauf unser Fokus liegt, woran wir besonders intensiv denken.

achtsamkeit

Worauf fokussierst du dich?

Mit dem Genießen verhält es sich genauso. Sobald wir anfangen, bewusst unser Augenmerk darauf zu richten, was für uns Genuss bedeutet und die kleinen Momente wertzuschätzen, umso mehr Genuss und Glück erfahren wir. Das kann der Kaffee am Morgen ebenso sein wie ein intensives Gespräch, ein Lachanfall oder eine teure Uhr.

Es geht darum inne zu halten und den Zauber der kleinen Dinge zu spüren.

Doch es ist wichtig zu erkennen, dass Reichtum kein Garant dafür ist, glücklich zu werden. Geld kann zweifellos Freude bereiten, doch an Reichtum gewöhnt man sich schnell. Dann wird er unbedeutend. Geld kann immer nur ein Hilfsmittel sein, doch es ist nicht der Ursprung unseres Glücks.

Die wahre Glückseligkeit liegt in der echten und tiefen Bindung mit anderen Menschen und in der Beziehung, die wir mit uns selber führen. Das Glück kommt aus uns selber und der Einstellung und Sichtweise, die wir auf das Leben haben. Es geht nicht um die gigantischen, vergänglichen Glücksmomente, sondern um viele kleine. Es geht darum innezuhalten und den Zauber der kleinen Dinge zu spüren und zu genießen.

Die kleinen Glücksmomente

Zu dem Thema gibt es einen sehr schönen Film: »Die fabelhafte Welt der Amélie« Amélies Alltag scheint eher grau und unscheinbar. Sie ist nicht reich und arbeitet als Kellnerin in einem kleinen Café in Paris. Doch sie findet Freude an den kleinen Dingen des Lebens, wie z.B. Steinchen übers Wasser springen zu lassen oder die Kruste von Crème brûlée mit dem Löffel zu knacken. Es ist ihre einzigartiger Blick für genau diese kleinen Momente, die den Film und die Protagonistin so besonders machen.

Mein Tipp: dreht doch mal in Kopf euren eigenen Film und gestaltet euch eure persönliche »fabelhafte Welt«. Legt euren Fokus bewusst auf schöne Momente und Dinge, die euch glücklich machen und schult eure Augen und euer Herz darauf, jeden Tag danach zu suchen. Es gibt garantiert mehr Genuss-und Glücksmomente zu entdecken, als ihr es momentan erahnen könnt. Und die allermeisten davon gibt es gratis!

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9 Gedanken zu “Warum Geld allein nicht glücklich macht

  1. Wundervoller Artikel ! 🙂

    Ich kann nur bestätigen, was du bereits geschrieben hast. Sobald ich mich auf den gegenwärtigen Moment konzentriere, erscheinen alle Dinge in einem neuen Glanz. Jeder Alltagsgegenstand ist plötzlich faszinierend. Ich spüre Dankbarkeit und Freude für die kleinsten Dinge. Nichts ist mehr selbstverständlich und alles ein riesiges Abenteuer.

    Die Idee des „eigenen Films“ hilft uns dabei, unsere Welt durch die Linsen eines Hollywood Kinofilms zu betrachten. Wir können unseren Fokus auf die Ästhetik der kleinen Dinge legen. Überall tauchen plötzlich Kleinigkeiten auf, die uns faszinieren, erfreuen oder genießen lassen.

    Der Genuss der Gegenwart! Ein toller Tipp, Annika! 🙂

    • Hallo Annika, hallo Micha,
      ich habe mal nachgedacht…..und ja, ich bin bekennend neugierig- auch mal bei Mich im Blog herum gestöbert- da wir viele ähnliche Themen (zB NLP) haben.
      Und was entdecke ich bei „über mich“ dort? 😉

      Ich zitiere/kopiere (darf man das eigentlich?)…egal:

      „Mein Sinn des Lebens ist der Genuss.
      Ich möchte jeden Moment meines Lebens genießen können. Dieses Ideal strebe ich auch, auch wenn ich es vermutlich nie erreichen werde. Ich bin fasziniert von der Fähigkeit sich auf den Moment zu fokussieren und das Schöne im alltäglichen zu entdecken. Es gibt zahlreiche kleine und große Erfahrungen zu machen, die mir riesige Freude bereiten. Ich versuche jede Situation als potenziell wunderbaren Moment anzusehen und das Beste aus meinem Leben zu ziehen.“
      (Zitatende)

      Also haben sich hier zwei echte GENUSS-Blogger getroffen, freut mich.

      Weiter so! Alles Liebe und viel Erfolg, mit ganz vielen herrlichen Genussmomenten!
      (das schreibt eine wahrlich (lebens)erfahrene „Leserin/Autorin“ und Frau 😉 )

  2. Stimmt, Geld alleine macht nicht glücklich. Aber es ist eine gute Basis, um sich all die Dinge leisten zu können, um die man sich ohne Geld relativ viele Gedanken machen müsste, die wiederum davon abhielten, die Dinge zu tun, die wirklich glücklich machen wie zum Beispiel fotografieren…
    Viele großartigen Künstler gingen zwar aus einer relativ mittellosen Existenz hervor und waren zeitlebens weder geschätzt noch besonders glücklich, außer vielleicht wenn sie einen Flow erlebten während sie ihre Romane schrieben, Bilder malten oder Sinfonien komponierten. Sie wären vielleicht glücklicher gewesen, wenn sie genügend Mittel oder Förderer gehabt hätten, um nicht in zugigen Kämmerlein und verwanzten Betten zu hausen, aber ob sie dann in diesem „Glückszustand“ noch bedeutende Werke zustande gebracht hätten!?
    Insofern erscheint mir das „kleine Glück“ in Genussmomenten zu suchen eher mittelmäßig. Entweder das Prinzip „Stirb und werde“ und wirklich großartige Glücksmomente anstreben oder aber stets nur auf kleiner Flamme zu köcheln und sich mit einem Stückchen Schokolade oder einer duftenden Wiesenblume zufrieden geben. Ich bin für ersteres 😉
    LG
    SvL

    • Liebe Salvia von Liebstöckelschuh (übrigens ein toller Name!),

      ich gebe dir Recht, Geld ist eine gute Basis, das wollte ich mit meinem Beitrag auch gar nicht ausschließen.Aber ich glaube, dass diese Künstler auch ohne zahlreiche Förderer glückliche Momente erlebt haben, einfach, weil sie das taten, was sie liebten. Aber das sind nur Spekulationen, genauso wie die Frage, ob sie durch mehr Geld besseres geleistet hätten.

      Jedoch erscheinen für mich persönlich gerade die kleinen Glücksmomente viel bedeutender als die paar ganz Großen im Leben. Wir warten immer auf diese großen Momente und verpassen dadurch die vielen zahlreichen im Alltag und lassen die Tage an uns vorbeiziehen. Und verhindern so, dass wir jeden Tag glücklich und zufrieden sein könnten. Das ist natürlich meine Meinung, aber ein Blog ist ja immer subjektiv 🙂

      Ich wünsche dir einen genussvolle Zeit!

  3. Manchmal merkt man erst was im Leben wirklicht glücklich macht, wenn man es verloren hat.
    Die Scheidung vom geliebten Partner. Seine Kinder nie wieder sehen zu können.
    Geld spielt dann keine Rolle mehr.

    • Hallo Herr Gema,

      ja, da haben Sie Recht. Leider merken wir es oft erst sehr spät oder zu spät. Laut einer Studien sind krebskranke Menschen glücklicher als gesunde, weil sie ihr Leben intensiver und bewusster wahrnehmen und schätzen. Daher bleibt uns nur, uns jeden Tag klar zu machen, wir wertvoll jeder Tag ist!

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