Margeriten-Rucksack in Lavendel häkeln

Diesen Entwurf habe ich in meinem Ordner „Irgendwann-Projekte“ wiedergefunden – und mich endlich hingesetzt, um ihn zum Leben zu erwecken. Der Margeriten-Rucksack begann als Skizze auf einer Serviette an einem regnerischen Nachmittag in meinem Lieblingscafé. Ich musste immer wieder an die fröhlichen Granny-Margeriten denken, die ich als Teenager gelernt hatte, und fragte mich, was wohl passiert, wenn man daraus etwas Praktisches zum Tragen macht. Zwölf Margeriten-Quadrate später war dieser süße kleine Rucksack geboren. Es fühlt sich an, als trüge man einen winzigen Garten auf dem Rücken – und jedes Mal, wenn ich ihn trage, fragt mich jemand, woher ich ihn habe.

Das Schöne an dieser Konstruktion: Sie zerfällt in überschaubare Teile. Du häkelst 13 Margeriten-Quadrate, nähst sie zu einem Körper zusammen, arbeitest einen abgerundeten Boden und ein oberes Band mit Ösen für die Zugkordel, und bringst Träger und Griff an. Jeder Schritt baut ganz natürlich auf dem vorherigen auf.

Margeriten-Rucksack in Lavendel häkeln

Was diesen Margeriten-Rucksack besonders macht

Klassische Granny-Technik trifft moderne Taschenkonstruktion: Jedes Quadrat zeigt eine sonnengelbe Mitte, umgeben von prallen weißen Blütenblättern, eingerahmt in zartem Lavendel. Der fertige Rucksack misst ca. 28 × 26 × 12 cm.

Der Zugkordelverschluss hält deine Sachen sicher, die übergefaltete Klappe gibt eine extra Portion Charme. Zwei verstellbare Träger und ein Griff obenauf bieten dir Tragevarianten für jedes Abenteuer.

Schwierigkeit und Zeitaufwand

Ich würde dieses Projekt als mittel einstufen – perfekt für fortgeschrittene Anfängerinnen, die ihr erstes Taschenprojekt wagen. Du lernst wunderschöne Margeriten-Granny-Quadrate, nähst sie zu einem stabilen Körper zusammen und setzt alle Finishing-Touches.

Material

Garn (Worsted-Stärke #4)

Das Projekt braucht insgesamt ca. 495 m. Baumwolle oder Baumwollmischung eignet sich am besten: klare Maschendefinition für die Margeriten und ein Rucksack, der seine Form hält.

  • Lavendel (Hauptfarbe): 350–385 m
  • Weiß (Blütenblätter, Kanten, Zugkordel): 100–120 m
  • Gelb (Margeritenmitten): 23–32 m

Bewährte Garne: Lion Brand 24/7 Cotton in Flieder, Weiß und Gelb; Paintbox Yarns Cotton Aran in Dusty Lilac, Champagne White und Daffodil Yellow; oder WeCrochet Dishie als günstige Alternative. Reines Acryl geht auch, wird aber labberiger und dehnt sich unter Gewicht – dann eine Nadelnummer kleiner nehmen für festeres Maschenbild.

Häkelnadel und Zubehör

  • 4,0 mm Häkelnadel
  • Stopf- oder Sticknadel
  • Schere
  • Maschenmarkierer (optional, aber hilfreich)
  • Kordel oder dicke Zugschnur, 90–100 cm – oder du häkelst sie selbst

Maschenprobe

Ein fertiges Margeriten-Quadrat sollte nach leichtem Spannen 8,5–9 cm im Quadrat messen (4,0 mm Nadel, Worsted-Garn).

In Stäbchen (Stb): 16 Stb × 8 Reihen = 10 cm.

Die Maschenprobe ist nicht entscheidend für die Passform, aber sie bestimmt Endgröße und Garnverbrauch. Fühlt sich dein Maschenbild locker an, nimm eine Nadelnummer kleiner – festeres Gewebe hält die Taschenform besser.

Höherer Rucksack gefällig? Arbeite den Körper 6 Quadrate im Umfang × 3 Reihen hoch (18 Quadrate) und verlängere die Träger entsprechend.

Abkürzungen

  • LM = Luftmasche
  • KM = Kettmasche
  • FM = feste Masche
  • Stb = Stäbchen
  • mR = magischer Ring (verstellbare Anfangsschlinge; alternativ 4 LM häkeln und mit KM zum Ring schließen)
  • FM2zus = 2 feste Maschen zusammen abmaschen (Abnahme): In die nächste M einstechen, Faden holen, in die folgende M einstechen, Faden holen (3 Schlingen auf der Nadel), Umschlag und durch alle 3 Schlingen ziehen.
  • Blütenblatt = (2 LM, 2 Stb, 2 LM, KM) alle in dieselbe Masche – ergibt ein rundes Margeritenblatt.
  • M = Masche(n)
  • Rd = Runde(n)
  • wdh = wiederholen

Hinweise vor Beginn

  • Die Maschenzahlen stehen am Ende jeder Runde in Klammern.
  • Halte beim Arbeiten hinter den Blütenblättern die Blüten nach vorn geklappt und stich von hinten in die Maschen von Rd 1 ein – so sitzen die Blüten plastisch vorn und der Rahmen versteckt sich dahinter.
  • Halte die Blütenblätter locker und prall, nicht zu fest anziehen. Ein sanfter Dampfstoß nach dem Fertigstellen hilft den Blüten, sich schön aufzurichten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Teil 1: Margeriten-Quadrat (13 Stück)

Du brauchst 12 Quadrate für den Körper und 1 für die Klappe. Jedes Quadrat hat eine gelbe Mitte, weiße Blütenblätter und einen lavendelfarbenen Rahmen.

Mitte und Blütenblätter

Rd 1 (Gelb): mR, 1 LM, 8 FM in den Ring, mit KM in die erste FM schließen. Den Ring festziehen, damit das Mittelloch geschlossen ist. Gelb abketten. (8 FM)

Rd 2 (Weiß): Weiß in einer beliebigen FM ansetzen. In jede der 8 FM ein Blütenblatt arbeiten: *(2 LM, 2 Stb, 2 LM, KM) alle in dieselbe FM – das ergibt ein Blütenblatt. KM in die nächste FM.* Ab * um den ganzen Kreis wiederholen. Schließen und Weiß abketten. (8 Blütenblätter)

Lavendelrahmen

Rd 3 (Lavendel): Die Blütenblätter zu dir hin umklappen, sodass du die FM von Rd 1 dahinter siehst. Hinter den Blütenblättern in die FM von Rd 1 arbeiten: Lavendel in einer beliebigen FM ansetzen. 3 LM (zählt als Stb), Stb in dieselbe FM, 1 LM. *(2 Stb, 1 LM) in die nächste FM.* Ab * in jede der 8 FM wiederholen. Mit KM in die oberste der Anfangs-3-LM schließen. (8 2er-Stb-Gruppen, 8 1-LM-Bögen)

Zum Quadrat formen

Rd 4 (Lavendel): KM in den ersten 1-LM-Bogen. 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen – das ist deine erste Ecke. 1 LM, 3 Stb in den nächsten Bogen, 1 LM – das ist deine erste Seite. *(3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Bogen für die Ecke. 1 LM, 3 Stb in den nächsten Bogen, 1 LM für die Seite.* Ab * noch 2-mal wiederholen. Mit KM in die oberste der Anfangs-3-LM schließen. (4 Ecken, 4 Seiten)

Rd 5 (Lavendel): KM in einen beliebigen 2-LM-Eckbogen. 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Eckbogen. *1 LM, 3 Stb in den nächsten 1-LM-Bogen, 1 LM, 3 Stb in den nächsten 1-LM-Bogen, 1 LM, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Eckbogen.* Ab * ringsum wiederholen, die letzte Wiederholung vor der ersten Ecke enden lassen. Schließen. Lavendel abketten. (2 Seitengruppen pro Kante)

Quadrate spannen: Jedes fertige Quadrat auf 8,5–9 cm stecken und dämpfen oder nass spannen. Gleichmäßige Quadrate machen das Zusammennähen viel einfacher und geben dem Rucksack einen professionellen Look.

Die gelben und weißen Fäden an jedem Quadrat vernähen. An den Körperquadraten kannst du einen langen lavendelfarbenen Faden lassen, wenn du damit nähen möchtest.

Wiederholen, bis du 13 Margeriten-Quadrate hast.

Teil 2: Den Körper zusammensetzen

Dieser Schritt verwendet 12 deiner Margeriten-Quadrate. Verbinde sie mit Überwendlichstich oder Kettmaschennaht – ganz wie du magst. Alle Margeriten zeigen in dieselbe Richtung, rechte Seite oben.

Schritt 1: 12 Quadrate als Paneel auslegen: 6 Quadrate breit × 2 Quadrate hoch.

Schritt 2: Die Quadrate erst reihenweise, dann die beiden Reihen aneinander nähen. Du hast jetzt ein großes Rechteck.

Schritt 3: Das Rechteck so falten, dass die beiden kurzen Enden (die 2 Quadrate hohen Kanten) aufeinandertreffen. Zusammennähen – es entsteht ein Schlauch mit 6 Quadraten Umfang und 2 Quadraten Höhe.

Orientierung: Die genähten kurzen Enden werden eine Seite der Tasche. Die Vorderseite deines Rucksacks zeigt 3 Margeriten-Quadrate nebeneinander, genau wie auf den Fotos.

Nähtipps: Masche für Masche sauber aufeinandertreffen lassen. Nur durch die hinteren Maschenglieder nähen – das gibt eine flache, fast unsichtbare Naht. Auf einer ebenen Fläche arbeiten und zuerst die Ecken feststecken.

Teil 3: Abgerundeter Boden

Der Boden wird in Lavendel in verbundenen Runden direkt an die untere Öffnung des Schlauchs gearbeitet. So zieht sich der Boden zu einer weichen, runden Form zusammen.

Rd 1: Lavendel an der Unterkante des Schlauchs ansetzen. 1 LM, FM gleichmäßig um die gesamte Öffnung, endend mit einer durch 6 teilbaren Maschenzahl (ca. 72–90 FM). Mit KM in die erste FM schließen.

Rd 2: 1 LM, FM in jede M ringsum. Schließen.

Rd 3: 1 LM, *FM in die nächsten M, FM2zus.* Ab * ringsum wiederholen, dabei 6 Maschen gleichmäßig abnehmen. Schließen.

Rd 4 und folgende: Die Abnahmerunde wiederholen, dabei pro Runde eine FM weniger zwischen den Abnahmen arbeiten. Fortfahren, bis ca. 12 Maschen übrig sind. Der Boden wölbt sich zu einem runden Unterteil.

Schließen: Den Faden mit ca. 25 cm Rest abschneiden, durch die restlichen Maschen fädeln, fest anziehen und innen sichern.

Für einen festeren Boden: Die ersten Runden nur in hintere Maschenglieder arbeiten oder vor dem Schließen eine zugeschnittene Filzscheibe einlegen.

Teil 4: Oberes Band und Ösen

Dieser Abschnitt bildet den Zugkordelverschluss. In Lavendel an die obere Öffnung des Schlauchs arbeiten.

Rd 1: Lavendel an der Oberkante ansetzen. 1 LM, FM gleichmäßig ringsum, endend mit einer durch 3 teilbaren Maschenzahl (ca. 72 FM). Schließen.

Rd 2: 1 LM, FM in jede M ringsum. Schließen.

Rd 3 (Ösenrunde): 3 LM (zählt als Stb), Stb in die nächste M. *1 LM, 1 M überspr, Stb in die nächsten 2 M.* Ab * ringsum wiederholen, endend mit 1 LM, letzte M überspr. Mit KM in die oberste der Anfangs-3-LM schließen. Die 1-LM-Bögen sind deine Kordellöcher.

Rd 4: 1 LM, FM in jedes Stb und 1 FM in jeden 1-LM-Bogen ringsum. Schließen.

Rd 5–6: 1 LM, FM in jede M ringsum. Schließen. Nach Rd 6 abketten.

Knotenprobe: Du solltest eine gerade Zahl gleichmäßig verteilter Ösen um die Oberkante haben. Die Zugkordel wird abwechselnd durch die Löcher gewebt.

Teil 5: Die Klappe

Dein 13. Margeriten-Quadrat wird zur Klappe – mit einer sauberen weißen Kante.

Kante (Weiß): Weiß in einer beliebigen Ecke des Quadrats ansetzen. 1 LM, FM gleichmäßig um alle vier Seiten, dabei je 2 FM in jeden 2-LM-Eckbogen, damit es flach liegt. Schließen. Abketten und Fäden vernähen.

Für sanft abgerundete Ecken: An den beiden unteren Ecken der Klappe (die herunterhängen, wenn sie angebracht ist) statt 2 FM lieber (FM, 1 LM, FM) arbeiten – das gibt die sanft gerundete Form wie auf den Fotos.

Die Klappe erst einmal beiseitelegen – sie wird beim endgültigen Zusammenbau angenäht und faltet sich mit der Margerite mittig über die Taschenvorderseite.

Tipp: Die fertige Klappe leicht bügeln, damit sie geschmeidig über die vordere Öffnung fällt.

Teil 6: Träger, Griff und Zugkordel

Rucksackträger (2 Stück in Lavendel)

Reihe 1: 7 LM häkeln. FM in die 2. LM ab Nadel und in jede LM. 1 LM, wenden. (6 FM)

Reihen 2+: FM in jede M. 1 LM, wenden. Wiederholen, bis der Träger 70–80 cm misst. Abketten und einen langen Faden zum Annähen lassen.

Für gerippte, robustere Träger: Jede Reihe nur in hintere Maschenglieder arbeiten – das ergibt einen dehnungsarmen Rippenträger, der unter Gewicht nicht durchhängt.

Griff (1 Stück in Lavendel)

Wie die Träger arbeiten: 7 LM, 6 FM pro Reihe, bis das Stück ca. 14 cm lang ist. Abketten. Zur Schlaufe gefaltet ergibt das den ca. 5 cm großen Griff.

Zugkordel (Weiß, ca. 95 cm)

Variante 1 (Häkelkordel): LM häkeln, bis ca. 95 cm erreicht sind, dann FM entlang der gesamten Kette zurückarbeiten. Abketten – ergibt eine flache Kordel.

Variante 2 (geflochtene Kordel): 3 weiße Garnstränge auf die gewünschte Länge flechten und die Enden verknoten.

An jedes Ende einen kleinen Knoten oder eine Miniquaste arbeiten, damit die Kordel nicht durch die Ösen zurückrutscht.

Teil 7: Endmontage

Hier kommt alles zusammen. Nimm dir besonders beim Anbringen der Träger Zeit – sie tragen das gesamte Taschengewicht.

Schritt 1 (Zugkordel): Die Kordel abwechselnd durch die Ösenrunde weben. Die Enden vorne gleich lang ziehen. Zieht man an der Kordel, schließt sich die Tasche.

Schritt 2 (Träger): Das obere Ende jedes Trägers knapp unter dem oberen Band an das hintere Paneel nähen, mit typischem Rucksackabstand. Das untere Ende jedes Trägers unten an der Rückseite nahe dem Boden annähen. Jeden Befestigungspunkt mit Extrastichen verstärken.

Schritt 3 (Griff): Das Griffteil zur Schlaufe falten und mittig oben an der Rückseite zwischen den beiden Trägeransätzen annähen. Gut verstärken.

Schritt 4 (Klappe): Die Oberkante der Klappe mittig an die hintere Taschenoberkante nähen, sodass sie sich vorne überfaltet. Entlang der gesamten Oberkante sicher festnähen.

Schritt 5 (Finish): Alle restlichen Fäden vernähen und die Tasche ein letztes Mal leicht spannen.

Stabilitätshinweis: Träger und Griff tragen das ganze Gewicht. Jeden Befestigungspunkt zwei- bis dreimal übernähen und innen sicher verknoten.

Pflege

  • Vorsichtig von Hand in kühlem Wasser waschen. Feucht in Form ziehen und flach liegend trocknen.
  • Ein Stoff- oder Filzfutter (plus Filzbodenscheibe) hilft der Tasche, mehr zu tragen, und verhindert, dass Kleinteile durch die Maschen pieksen.
  • Leicht mit Seidenpapier ausgestopft lagern, damit die runde Form erhalten bleibt.
  • Baumwollgarn entspannt sich mit der Zeit etwas – dieses Weicherwerden ist völlig normal und macht den Charme aus.

Tipps für gutes Gelingen

Neu bei Granny-Quadraten? Häkle dein allererstes Margeriten-Quadrat langsam und spanne es. Sobald sich eines gut anfühlt, fliegen die anderen elf nur so dahin.

Zusammennähen dauert ewig? Leg deinen Lieblingspodcast auf – Nähen geht schneller, wenn du nicht hinschaust.

Sorgen um die Haltbarkeit? Baumwollgarn und festes Maschenbild ergeben eine Tasche, die echten Alltag aushält. Auch die Naht nur durch hintere Maschenglieder gibt extra Stabilität.

Lust auf eigene Farben? Probier andere Kombinationen: Sonnenblumengelb mit cremefarbenen Blütenblättern auf Salbeigrün sieht umwerfend aus. Oder mutig: pinke Rahmen um weiße und gelbe Mitten.

Margeriten-Rucksack in Lavendel häkeln
Margeriten-Rucksack in Lavendel häkeln

📌 Diese Anleitung hat dir gefallen? Dann speichere sie dir auf Pinterest und folge Lust und Genuss für viele weitere kostenlose Häkelanleitungen!

Leave a Note or Pattern Question

Did you try this pattern? Share your hook size, yarn choice, or questions below!