Ich habe mich in diesen kleinen Kerl verliebt, kaum dass sein pausbäckiger Körper ausgestopft war. Diese großen Sicherheitsaugen, das winzige gestickte Lächeln – er hat einfach so viel Persönlichkeit. Entstanden ist er, weil mein Kind sich unbedingt einen Drachen zum Kuscheln wünschte, aber bitte einen „lieben, keinen gefährlichen“. Also wurde er himmelblau, weich wie eine Wolke und mit bunten Zacken auf dem Rücken. Er sitzt jetzt auf dem Sofa und wird jeden Abend zum Einschlafen gebraucht.
Dieser Drache ist ca. 30,5 cm (12″) groß und das perfekte Projekt, wenn du schon etwas Amigurumi-Erfahrung hast und dich an ein größeres Plüschprojekt wagen möchtest. Die Konstruktion ist unkompliziert: Jedes Teil wird separat in Spiralrunden gearbeitet und am Ende zusammengenäht. Die bunten Zacken auf Rücken und Schwanz geben ihm seinen Charme – ganz ohne kompliziertes Colorwork. Ich verspreche: Es sieht schwieriger aus, als es ist.

Warum dieser Drache so gut funktioniert
Das dicke Chenille-Garn macht ihn unwiderstehlich weich und kuschelig – genau die Textur, die man von einem Plüschtier erwartet. Er sitzt von allein aufrecht, was ihn perfekt fürs Kinderzimmer oder als Deko auf dem Regal macht.
Das Muster verwendet nur Grundmaschen: Wenn du FM häkeln und zun und abn kannst, hast du alle Fähigkeiten, die du brauchst. Die Anleitung ist Runde für Runde ausgeschrieben, sodass du immer genau weißt, wo du bist. Und die Zacken in Blassgelb, Koralle und Hellgrün sind schnell gemacht, geben aber den ganzen Drachen-Charakter.
Schwierigkeit und Zeitaufwand
Ich stufe dieses Projekt als mittlere Anfängerin ein. Rechne mit etwa 10 bis 14 entspannten Stunden – ein schönes Wochenendprojekt oder mehrere gemütliche Abende. Chenille-Garn häkelt sich schnell weg, das Zusammennähen braucht am meisten Geduld.
Fertige Maße
- Ca. 30,5 cm (12″) hoch im Sitzen, mit dem empfohlenen Garn und der empfohlenen Nadelstärke
- Dein Drache kann je nach Fadenspannung und Füllfestigkeit leicht variieren
Material
Garn
- Dickes Chenille-Garn (z. B. Bernat Blanket oder ähnlich) in Himmelblau, ca. 200 g
- Kleine Mengen dickes Chenille in Weiß, Blassgelb, Koralle/Pfirsich und Hellgrün für Hörner, Schwanzspitze und Rückenzacken
- Sticktwist in Marine/Dunkelblau für die Gesichtsdetails
Häkelnadel
- 5,0 mm (US H-8)
- Bei Bedarf anpassen, damit feste Maschen ohne sichtbare Füllung entstehen
Sonstiges
- 18-mm-Sicherheitsaugen (schwarz mit blauem Akzentring, wie gezeigt)
- Füllwatte (Polyester)
- Maschenmarkierer
- Stopfnadel
- Schere
- Stecknadeln zum Positionieren
Maschenprobe
Für Amigurumi ist die Maschenprobe nicht kritisch – aber deine Maschen sollten fest genug sein, dass keine Füllwatte durchscheint. Bei Chenille-Garn lieber eine Nadelstärke kleiner wählen, wenn die Maschen zu locker wirken.
Abkürzungen
- mR = magischer Ring: Verstellbare Anfangsschlinge, die sich komplett zuziehen lässt – kein Loch in der Mitte.
- LM = Luftmasche: Umschlag, durch die Schlinge auf der Nadel ziehen.
- FM = feste Masche: Einstechen, Faden holen (2 Schlingen auf der Nadel), Umschlag und durch beide Schlingen ziehen.
- zun = zunehmen: 2 FM in dieselbe Masche arbeiten.
- abn = abnehmen (unsichtbar): Nur durch die vorderen Maschenglieder der nächsten 2 M einstechen, Faden holen und durch beide ziehen, Umschlag und durch beide Schlingen auf der Nadel ziehen. Deutlich unauffälliger als die Standardmethode.
- KM = Kettmasche: Einstechen, Umschlag, in einem Zug durch Masche und Schlinge ziehen. Zum Verbinden oder für unsichtbares Fertigstellen.
- M = Masche(n)
- Rd = Runde(n)
- wdh = wiederholen
- abketten = Faden abschneiden, Ende durch die letzte Schlinge ziehen und festziehen
Besondere Maschen
- Spiralrunden: Alle Teile werden in durchgehenden Spiralrunden gearbeitet, sofern nicht anders angegeben – Runden nicht verbinden. Den Maschenmarkierer an der ersten Masche jeder Runde mitführen.
- Unsichtbare Abnahme (abn): Nur durch die vorderen Maschenglieder arbeiten – bei Chenille-Garn besonders wertvoll, weil jede Masche zählt.
Hinweis für Chenille-Anfängerinnen: Chenille-Garn lässt sich schwerer wieder auftrennen als normale Wolle – lieber langsam und sorgfältig arbeiten und jede Runde nachzählen.
Hinweise vor Beginn
- Die Maschenzahlen stehen am Ende jeder Anleitung in Klammern.
- Die Sicherheitsaugen einsetzen, bevor der Kopf fertig ausgestopft wird.
- Kopf und Körper großzügig ausstopfen (fest, damit die Form hält), Arme und Schwanz leichter, damit sie sich natürlich bewegen.
- Alle Teile vor dem Annähen erst feststecken und aus mehreren Winkeln prüfen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Kopf (1-mal in Himmelblau)
Runde 1: mR, 6 FM in den Ring. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (24 FM)
Runde 5: *3 FM, zun* ringsherum wdh. (30 FM)
Runde 6: *4 FM, zun* ringsherum wdh. (36 FM)
Runde 7: *5 FM, zun* ringsherum wdh. (42 FM)
Runde 8: *6 FM, zun* ringsherum wdh. (48 FM)
Runden 9 bis 16: FM in jede M. (48 FM) – 8 Runden ohne Veränderung.
Runde 17: *6 FM, abn* ringsherum wdh. (42 FM)
Runde 18: *5 FM, abn* ringsherum wdh. (36 FM)
Die Sicherheitsaugen zwischen den Runden 12 und 13 einsetzen, ca. 8 M auseinander. Die gezeigte Platzierung sitzt leicht zur Gesichtsvorderseite hin – das gibt den süßen Blick.
Runde 19: *4 FM, abn* ringsherum wdh. (30 FM)
Runde 20: *3 FM, abn* ringsherum wdh. (24 FM)
Den Kopf jetzt fest ausstopfen.
Runde 21: *2 FM, abn* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 22: *1 FM, abn* ringsherum wdh. (12 FM)
Mehr Füllung nachgeben für eine schöne runde Form.
Runde 23: Ringsherum abn. (6 FM)
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Das Loch zunähen und das Ende vernähen.
Schnauze (1-mal in Himmelblau)
Die Schnauze formt die niedliche abgerundete Schnute.
Runde 1: mR, 6 FM in den Ring. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runden 4 bis 6: FM in jede M. (18 FM) – 3 Runden ohne Veränderung.
Abketten, dabei einen langen Faden zum Annähen lassen. Leicht ausstopfen. Auf die untere Gesichtshälfte unterhalb der Augen stecken und annähen.
Körper (1-mal in Himmelblau)
Runde 1: mR, 6 FM in den Ring. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (24 FM)
Runde 5: *3 FM, zun* ringsherum wdh. (30 FM)
Runde 6: *4 FM, zun* ringsherum wdh. (36 FM)
Runde 7: *5 FM, zun* ringsherum wdh. (42 FM)
Runden 8 bis 18: FM in jede M. (42 FM) – 11 Runden ohne Veränderung.
Runde 19: *5 FM, abn* ringsherum wdh. (36 FM)
Runde 20: FM in jede M. (36 FM)
Runde 21: *4 FM, abn* ringsherum wdh. (30 FM)
Runde 22: FM in jede M. (30 FM)
Runde 23: *3 FM, abn* ringsherum wdh. (24 FM)
Den Körper jetzt fest ausstopfen – er soll schön prall werden.
Runde 24: *2 FM, abn* ringsherum wdh. (18 FM)
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Die Öffnung noch nicht schließen – hier wird der Kopf angesetzt.
Arme (2-mal in Himmelblau)
Runde 1: mR, 6 FM in den Ring. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runden 4 bis 6: FM in jede M. (18 FM) – 3 Runden ohne Veränderung.
Runde 7: *1 FM, abn* ringsherum wdh. (12 FM)
Runden 8 bis 14: FM in jede M. (12 FM) – 7 Runden ohne Veränderung.
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Den Handbereich fest ausstopfen, den Armbereich nur leicht, damit er sich natürlich biegt.
Beine (2-mal in Himmelblau)
Runde 1: mR, 6 FM in den Ring. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (24 FM)
Runden 5 bis 8: FM in jede M. (24 FM) – 4 Runden ohne Veränderung.
Runde 9: *2 FM, abn* ringsherum wdh. (18 FM)
Runden 10 bis 16: FM in jede M. (18 FM) – 7 Runden ohne Veränderung.
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Den Fuß fest ausstopfen, den Oberschenkel mittelfest.
Schwanz (1-mal)
Mit der Schwanzspitze in Weiß beginnen, dann zu Himmelblau wechseln.
In Weiß:
Runde 1: mR, 4 FM in den Ring. (4 FM)
Runde 2: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (6 FM)
Runde 3: FM in jede M. (6 FM)
Runde 4: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (9 FM)
Zu Himmelblau wechseln.
In Himmelblau:
Runde 5: FM in jede M. (9 FM)
Runde 6: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (12 FM)
Runden 7 bis 9: FM in jede M. (12 FM)
Runde 10: *3 FM, zun* ringsherum wdh. (15 FM)
Runden 11 bis 13: FM in jede M. (15 FM)
Runde 14: *4 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runden 15 bis 18: FM in jede M. (18 FM)
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Leicht ausstopfen, damit der Schwanz sich natürlich drapiert.
Hörner (2-mal in Weiß)
Runde 1: mR, 4 FM in den Ring. (4 FM)
Runde 2: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (6 FM)
Runden 3 bis 5: FM in jede M. (6 FM)
Abketten, dabei einen Faden lassen. Sehr leicht ausstopfen oder ungefüllt lassen.
Rücken- und Schwanzzacken (5 Stück insgesamt)
Die Zacken in verschiedenen Farben arbeiten: Blassgelb, Koralle und Hellgrün – wie gezeigt mischen.
Runde 1: mR, 4 FM in den Ring. (4 FM)
Runde 2: In jede M zun. (8 FM)
Runden 3 bis 4: FM in jede M. (8 FM)
Mit KM in die nächste M schließen, abketten und einen Faden lassen. Die Öffnung flach drücken und nicht ausstopfen.
Zusammenbauen und fertigstellen
Nimm dir Zeit für den Zusammenbau – hier wird dein Drache lebendig.
- Schnauze annähen: Mittig unterhalb der Augen auf den Kopf stecken. Mit der Stopfnadel und dem langen Faden sicher annähen.
- Gesicht sticken: Mit marineblauem Sticktwist die Lächeln-Linie und kleine Nasenlöcher sticken. Das gezeigte Lächeln ist eine einfache geschwungene Linie. Kleine Brauenstriche über jedem Auge geben Ausdruck.
- Hörner annähen: Oben auf den Kopf setzen, leicht nach hinten und außen gewinkelt. Fest annähen.
- Kopf an den Körper nähen: Den Kopf auf die offene Körperoberseite stecken. Ringsherum um die gesamte Öffnung nähen, bei Bedarf extra Füllung in den Halsbereich geben.
- Arme annähen: Seitlich am Körper positionieren, ca. 2 Runden unterhalb des Kopfansatzes. Sicher annähen.
- Beine annähen: Vorn unten am Körper positionieren, sodass der Drache aufrecht sitzt. Die Beine sollten nach vorn und außen zeigen. Dir Zeit nehmen, damit er gut balanciert.
- Schwanz annähen: Hinten unten an den Körper nähen. Im Sitzen sollte der Schwanz auf der Unterlage aufliegen.
- Zacken annähen: Die Zacken gleichmäßig mittig auf dem Rücken verteilen – knapp unterhalb des Kopfes beginnend bis auf den Schwanz. Die flachgedrückte Kante annähen. Auf dem Foto sind es ca. 5 Zacken insgesamt.
Größe anpassen
Für einen größeren Drachen dickeres Chenille-Garn oder eine größere Nadel verwenden – die Proportionen bleiben gleich. Für eine Miniaturversion dünneres Garn und eine kleinere Nadel. Auch die Farben lassen sich tauschen: Mintgrün, Lavendel oder zartes Rosa geben jedem Drachen eine eigene Persönlichkeit.
Pflege
Bei Bedarf vorsichtig von Hand waschen und an der Luft trocknen lassen. Chenille wird mit der Zeit noch weicher – kein Trockner, damit die Fasern nicht verfilzen. Die Sicherheitsaugen sind wasserfest.
Häufige Probleme
- Fadenspannung ist alles: Bei Chenille wirken die Maschen lockerer als gewohnt – eine Nadelstärke kleiner wählen, wenn Füllung durchscheint.
- Der Drache sitzt nicht stabil: Die Beine fest ausstopfen, weit genug vorn positionieren und den Schwanz als drittes Standbein nutzen.
- Augenplatzierung unsicher: Erst mit Stecknadeln provisorisch anbringen, zurücktreten und prüfen – dann erst die Sicherheitsaugen fixieren.
- Zacken stehen schief: Vor dem Annähen alle fünf stecken und die Abstände prüfen – gleichmäßig wirkt am besten.
- Chenille fusselt beim Auftrennen: Lieber langsam arbeiten und jede Runde nachzählen, als zu ribbeln.
Mach ihn zu deinem Drachen
Dieser Drache sieht in jeder Farbe zauberhaft aus: Mintgrün für den Wald-Drachen, Lavendel für den Traum-Drachen, zartes Rosa für die Prinzessinnen-Edition. Die Zackenfarben lassen sich beliebig mischen – probiere Ton-in-Ton oder knallbunt.
Als Geschenk ist er ein Volltreffer: Babyparty, Geburtstag oder einfach, weil du dir einen niedlichen Drachen auf dem Sofa verdient hast. Meiner wird jeden Abend zum Einschlafen gebraucht und hat schon so manche Träne getrocknet – liebe Drachen können eben alles.
Ich hoffe, dir macht dieser kleine Himmelblau-Drache so viel Freude wie mir beim Entwerfen. Manchmal ist das schönste Projekt eben eines, das man fest drücken kann.


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