Lavendel-Bonbonkissen häkeln – gestreifte Nackenrolle mit Rüschenenden

Ich nenne dieses Kissen mein Lavendelträume-Kissen, und es hat eine kleine Geschichte. Vor ein paar Jahren habe ich während eines Roadtrips die Bonbonform in ein Notizbuch skizziert. Meine Tochter hatte gerade ein Stück Salztaffy ausgepackt, und ich dachte: „Das wäre das niedlichste Kissen.“ Das Notizbuch lag in einer Schublade, bis ich es letzten Monat hervorgeholt und die Idee zum Leben erweckt habe. Das Ergebnis? Diese dicken, knautschigen Nackenrollen, die aussehen wie übergroße eingewickelte Bonbons. Sie bringen mich jedes Mal zum Lächeln, wenn ich an ihnen vorbeigehe.

Dieses Kissen verbindet Verspieltheit mit Funktion: Die Bonbon-Enden geben ihm sofort Persönlichkeit, das dicke Chenillegarn macht es unglaublich weich und kuschelig. Der gestreifte Körper wird flach in Reihen gearbeitet und zu einer Röhre zusammengenäht. Die gerafften Bonbon-Enden werden separat gearbeitet und mit einer einfachen Kordel zusammengezogen. Keine komplizierten Formen, keine verwirrenden Zunahmen – nur Grundmaschen in einem befriedigenden Rhythmus.

Das Projekt ist perfekt für Anfängerinnen, die etwas Besonderes jenseits des einfachen Rechtecks suchen. Du brauchst nur feste Maschen und Luftmaschen – das dicke Garn verzeiht kleine Unregelmäßigkeiten, und ein Kissen ist an einem Wochenende fertig.

Lavendel-Bonbonkissen häkeln – gestreifte Nackenrolle mit Rüschenenden

Warum dieses Bonbonkissen so gut funktioniert

Die Bonbon-Enden sehen raffiniert aus, sind aber nur geraffte Rechtecke – die Raffung versteckt jede Unregelmäßigkeit. Der Streifenrhythmus (je 8 Reihen Lavendel und Creme im Wechsel) ist leicht zu merken, und das Chenillegarn macht die meiste Arbeit in der Kuschel-Abteilung von allein.

So ein Kissen ist auch ein wunderbares Geschenk: fürs Kinderzimmer, fürs Sofa oder als Mitbringsel in der Adventszeit. In Rot-Weiß wird daraus im Handumdrehen eine Pfefferminz-Weihnachtsdeko.

Schwierigkeit und Zeitaufwand

Ich stufe dieses Projekt als Anfängerin ein. Rechne mit etwa 6 bis 8 entspannten Stunden für ein Kissen – ein schönes Wochenendprojekt für gemütliche Herbstabende.

Fertige Maße

Jedes fertige Kissen misst ca.:

  • Länge: ca. 40,6 cm (16″) von Rüsche zu Rüsche
  • Durchmesser: ca. 15,2 cm (6″) an der breitesten Stelle
  • Körper: ca. 30,5 cm (12″) lang

Die Maße gelten bei Einhaltung der Maschenprobe. Dein Kissen kann je nach Spannung und Garn leicht abweichen.

Material

Garn

  • Chenillegarn in Super-Bulky-Stärke (Kategorie 6), z. B. Bernat Blanket oder vergleichbar
  • Farbe A: Lavendel oder Flieder, ca. 150 g
  • Farbe B: Creme oder Naturweiß, ca. 75 g

Für ein Kissen brauchst du etwa ein volles Knäuel Farbe A und ein halbes Knäuel Farbe B. Kaufe lieber etwas mehr, wenn du zum ersten Mal mit Chenillegarn arbeitest – Auftrennen ist bei diesem Garn knifflig.

Häkelnadel

  • 9 mm (US M/N-13)

Sonstiges

  • Stopfnadel mit großem Öhr
  • Schere
  • Polyester-Füllwatte, ca. 340 g (12 oz) pro Kissen
  • Maschenmarkierer (optional, aber hilfreich)

Maschenprobe

10 FM und 12 Reihen = 10,2 cm (4″) in festen Maschen. Die Maschenprobe ist hier wichtig, weil sie die Endgröße und die benötigte Füllmenge beeinflusst. Nimm dir ein paar Minuten Zeit. Sind die Maschen zu fest, eine Nadelstärke größer nehmen; zu locker, eine kleiner.

Abkürzungen

  • LM = Luftmasche
  • KM = Kettmasche
  • FM = feste Masche: Einstechen, Faden holen (2 Schlingen auf der Nadel), Umschlag und durch beide Schlingen ziehen.
  • M = Masche(n)
  • wdh = wiederholen
  • VS / RS = Vorderseite (rechte Seite, außen)

Besondere Maschen

  • Sauberer Farbwechsel: Beim Farbwechsel die letzte Masche der alten Farbe arbeiten, bis 2 Schlingen auf der Nadel liegen, dann mit der neuen Farbe den Umschlag durch beide Schlingen ziehen. Das ergibt saubere Farbübergänge.

Hinweise vor Beginn

  • Zum Chenillegarn: Es ist herrlich weich, kann aber rutschig sein. Arbeite langsam und zähle oft. Beim Auftrennen vorsichtig vorgehen, damit das Garn nicht in fusselige Segmente aufsplittert.
  • Spannung: Versuche, gleichmäßig zu arbeiten. Chenillegarn zeigt ungleichmäßige Maschen stärker als andere Garne. Aber keine Sorge: Nach dem Ausstopfen verschwinden kleine Unregelmäßigkeiten.
  • In die LM-Kette einstechen: Beim Einarbeiten in die Anfangskette unter die oberen beiden Schlaufen jeder LM einstechen – das ergibt eine saubere Kante.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Teil 1: Der Kissenkörper

Der Körper wird flach in Reihen gearbeitet und dann zu einer Röhre zusammengenäht.

Mit Farbe A 37 LM anschlagen.

Reihe 1 (VS): FM in die 2. LM ab Nadel und in jede LM. (36 M)

Reihe 2: 1 LM, wenden. FM in jede M. (36 M)

Reihen 3 bis 8: Reihe 2 wdh. (36 M pro Reihe)

Du hast jetzt 8 Reihen in Farbe A.

Farbwechsel zu Farbe B:

Reihe 9: 1 LM, wenden. FM in jede M, dabei bei der letzten Masche zu Farbe B wechseln. (36 M)

Reihen 10 bis 16: Mit Farbe B 1 LM, wenden. FM in jede M. (36 M pro Reihe)

Du hast jetzt 8 Reihen in Farbe B.

Farbwechsel zu Farbe A:

Reihe 17: 1 LM, wenden. FM in jede M, dabei bei der letzten Masche zu Farbe A wechseln. (36 M)

Reihen 18 bis 24: Mit Farbe A 1 LM, wenden. FM in jede M. (36 M pro Reihe)

Wieder 8 Reihen in Farbe A.

Farbwechsel zu Farbe B:

Reihe 25: 1 LM, wenden. FM in jede M, dabei bei der letzten Masche zu Farbe B wechseln. (36 M)

Reihen 26 bis 32: Mit Farbe B 1 LM, wenden. FM in jede M. (36 M pro Reihe)

8 Reihen in Farbe B.

Farbwechsel zu Farbe A:

Reihe 33: 1 LM, wenden. FM in jede M, dabei bei der letzten Masche zu Farbe A wechseln. (36 M)

Reihen 34 bis 40: Mit Farbe A 1 LM, wenden. FM in jede M. (36 M pro Reihe)

Farbe A abketten. Einen ca. 61 cm (24″) langen Faden zum Zusammennähen lassen.

Dein fertiges Körperteil zeigt von unten nach oben dieses Streifenmuster:

  • 8 Reihen Farbe A (Lavendel)
  • 8 Reihen Farbe B (Creme)
  • 8 Reihen Farbe A (Lavendel)
  • 8 Reihen Farbe B (Creme)
  • 8 Reihen Farbe A (Lavendel)

Insgesamt: 40 Reihen.

Teil 2: Den Körper zur Röhre nähen

Das Rechteck flach hinlegen, rechte Seite nach oben. Der Länge nach in der Mitte falten, sodass die beiden langen Kanten aufeinandertreffen. Die rechte Seite liegt jetzt innen.

Mit Stopfnadel und dem langen Faden die beiden langen Kanten mit Überwendlingsstichen zusammennähen. Durch beide Maschenglieder jeder Masche auf beiden Kanten arbeiten. Gleichmäßig und nicht zu fest arbeiten.

Am Ende den Faden sichern, aber noch nicht abschneiden. Die Röhre auf rechts wenden. Die Naht liegt jetzt innen, die schönen Streifen außen.

Teil 3: Bonbon-Endrüschen (2 Stück)

Diese Rüschenenden erzeugen den typischen Bonbon-Look. Jede wird flach gearbeitet und dann gerafft.

Mit Farbe A 61 LM anschlagen.

Reihe 1 (VS): FM in die 2. LM ab Nadel und in jede LM. (60 M)

Reihe 2: 1 LM, wenden. FM in jede M. (60 M)

Reihen 3 bis 10: Reihe 2 wdh. (60 M pro Reihe)

Abketten. Einen ca. 76,2 cm (30″) langen Faden lassen.

Du solltest ein Rechteck von ca. 61 cm (24″) Länge und 8,9 cm (3,5″) Breite haben.

Ein zweites Rüschenteil genauso arbeiten.

Teil 4: Rüschen am Körper befestigen

Hier passiert die Magie. Keine Sorge, wenn es sich zuerst ungewohnt anfühlt – die Raffung versteckt jede Unregelmäßigkeit.

Schritt 1: Ein Rüschenteil nehmen. Mit der rechten Seite nach außen zu einer Röhre rollen, sodass die beiden kurzen Enden aufeinandertreffen. Mit dem langen Faden diese kurzen Enden mit Überwendlingsstichen zusammennähen – ein Stoffring entsteht.

Schritt 2: Ein Ende der Kissenröhre in diesen Rüschenring schieben. Die Körperkante sollte ca. 2,5 cm (1″) innerhalb der Rüsche sitzen.

Schritt 3: Mit demselben Faden die Innenkante der Rüsche rundherum an die Körperkante nähen.

Schritt 4: Bevor du das andere Ende schließt, das Kissen fest mit Füllwatte ausstopfen. Richtig fest stopfen – das Kissen sollte sich prall und rund anfühlen, nicht schlaff. Nimm mehr Füllung, als du denkst.

Schritt 5: Die zweite Rüsche genauso am noch offenen Ende befestigen.

Teil 5: Die Bonbon-Raffung

Das ist das Finish, das jedes Ende wie eingewickeltes Bonbonpapier aussehen lässt.

Zugband arbeiten (2 Stück):

Mit Farbe A 80 LM anschlagen. Abketten.

Alternativ kannst du einen ca. 76,2 cm (30″) langen Garnfaden zuschneiden, wenn du nicht häkeln möchtest.

Rüsche raffen:

Das Zugband (oder den Garnfaden) ca. 3,8 cm (1,5″) von der Ansatzstelle am Körper entfernt durch das Rüschengewebe weben – im Wechsel ein und aus durch die Maschen, einmal ganz herum.

Beide Enden des Zugbands fest anziehen, um die Rüsche in die geraffte Bonbonform zu ziehen. Der Stoff bauscht sich von selbst. Die Zugbandenden zu einer sicheren Schleife binden.

Auf der anderen Seite wiederholen.

Teil 6: Fertigstellung

Alle restlichen Fäden mit der Stopfnadel vernähen. Nach Möglichkeit im Kissenkörper verstecken.

Die Bonbonenden aufplustern und in Form zupfen. Die Rüschen sanft auseinanderziehen, sodass sie schön auffächern. Das Chenillegarn ist nachsichtig und hält jede Form, die du ihm gibst.

Häufige Probleme

  • Die Streifenkanten sehen unsauber aus: Das passiert, wenn der Farbwechsel nicht sauber durchgeführt wurde. Denke daran, die letzte Masche jedes Farbabschnitts mit der neuen Farbe fertigzustellen.
  • Mein Kissen sieht klumpig aus: Du brauchst wahrscheinlich mehr Füllung. Die letzte Rüsche öffnen, mehr Füllwatte hineingeben und wieder befestigen. Ein gut gestopftes Kissen hat eine glatte, runde Oberfläche.
  • Die Rüschen bleiben nicht gerafft: Das Zugband vor der Schleife fest mit einem Doppelknoten sichern. Für extra Halt kannst du einen winzigen Tropfen Textilkleber in den Knoten geben.
  • Die Maschenzahl ändert sich ständig: Bei Chenillegarn normal, weil die Maschen schwer zu sehen sind. Zähle nach jeder Reihe, bis du sicher bist, und markiere Reihenanfang und -ende mit Maschenmarkierern.

Pflege

Das Kissen am besten bei Bedarf punktuell reinigen. Wenn du es unbedingt in der Maschine waschen musst: Schonwaschgang mit kaltem Wasser, das Kissen in einen großen Kissenbezug oder Wäschesack stecken. Feucht in Form ziehen und vollständig an der Luft trocknen lassen.

Chenille nicht in den Trockner geben – die Hitze kann die Fasern beschädigen und zum Haaren führen.

Größe anpassen

Für ein längeres Kissen mehr Reihen am Körper arbeiten. Für ein breiteres Kissen mehr LM am Anfang anschlagen. Für größere Rüschen mehr Reihen an den Rüschenteilen arbeiten.

Mach es zu deinem Kissen

Diese Anleitung lädt zum Personalisieren ein: Rosa und Weiß für einen Erdbeerbonbon-Look, Rot und Grün für Pfefferminz-Weihnachtsstimmung, Regenbogenstreifen aus vielen Farben oder einfarbig für einen ruhigeren Auftritt. Auch andere Super-Bulky-Garne funktionieren – einfach die Maschenprobe prüfen. Chenille aus Baumwollmischung wird schwerer und weniger knautschig, Acryl-Chenille ist maschinenwaschbar, was bei starker Beanspruchung zählt.

Ich hoffe, dir macht dieses Lavendelträume-Kissen so viel Freude wie mir. Es sieht auf dem Regal beeindruckend aus, ist aber heimlich ganz wenig Aufwand – das Chenillegarn übernimmt den größten Teil der Arbeit in der Niedlichkeits-Abteilung.

Lavendel-Bonbonkissen häkeln – gestreifte Nackenrolle mit Rüschenenden
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