Okay, diese Hüttenschuhe sehen MEGA aufwendig aus – sind aber ehrlich eines der befriedigendsten Projekte, die du an einem Wochenende fertig bekommst! Ich rede von gemütlicher Rippstruktur, einem wunderschönen geflochtenen Zopf am Bündchen und diesen niedlichen Knopf-Akzenten, die aussehen, als hättest du wochenlang daran gearbeitet. Spoiler: Hast du nicht. Sobald du den Rhythmus drin hast, wachsen die Dinger nur so, und als Geschenk sind sie der absolute Knaller. Ob du dir selbst die gemütlichsten Füße deines Lebens gönnst oder ein Paar für jemand Besonderen machst – diese Anleitung wird deine neue Lieblingsanleitung.
Der Hauptkörper nutzt eine einfache Rippmasche mit wunderschöner Strick-Optik von der Zehe bis zum Knöchel. Und das Bündchen? Da passiert die Magie: ein geflochtenes Zopfdetail rundherum, fixiert mit zwei Holzknöpfen, die gleichzeitig funktional und dekorativ sind. Die Konstruktion ist cleverer, als sie aussieht: Sohle und Fuß zuerst, dann den Knöchel hoch, und zum Schluss kommt das separat gearbeitete Zopfband dran. In Stücke zerlegt fühlt sich das ganze Projekt machbar statt überwältigend an.

Warum dieses Design überzeugt
Diese Schuhe treffen genau den Sweet Spot: Sie sehen kompliziert aus, sind für geübte Häklerinnen aber total machbar. Wenn du schon einfache Hüttenschuhe gemacht hast und aufs nächste Level willst, ist das dein Projekt.
Schwierigkeitsgrad
Mittel. Du solltest die Grundmaschen sicher können und Anleitungen lesen können. Techniken im Einsatz: in Reihen und Runden arbeiten, nur ins hintere Maschenglied (ergibt die Rippen), vordere und hintere Reliefmaschen (für den Zopf), Zu- und Abnahmen, Teile zusammennähen.
Zu Reliefmaschen: Falls du noch nie mit ihnen gearbeitet hast – keine Panik. Ich führe dich Schritt für Schritt durch, und sie sind leichter, als sie klingen, sobald der Haken die richtige Stelle gefunden hat.
Fertige Maße
Die Anleitung ist für Damengröße M geschrieben (US-Schuhgröße 7–8).
- Fußlänge: ca. 24 cm (9,5 inches)
- Knöchelhöhe: ca. 12,5 cm (5 inches), das Bündchen bringt noch einmal ca. 6,5 cm (2,5 inches) dazu
Größen anpassen: Für kleinere Größen die Anschlagkette um 4 Maschen verkürzen, für größere um 4 verlängern. Die Länge über zusätzliche oder wegzulassende Reihen im Fußteil anpassen.
Das brauchst du
Garn: ca. 229 bis 274 m dickes Garn (Stärke 4) – das entspricht ca. 250 bis 300 Yards. Ich empfehle eine Wollmischung oder Acryl mit guter Maschendefinition. Das Altrosa in den Fotos wirft wunderschöne Schatten in die Rippen.
Häkelnadel: 5,0 mm (H/8) für den Hauptkörper; 5,5 mm (I/9) für das Zopf-Bündchen (optional, für lockerere Zöpfe).
Sonstiges: 4 Holzknöpfe, ca. 2 cm (20 mm) Durchmesser, Stopfnadel zum Vernähen und Nähen, Maschenmarkierer (mind. 4), Schere.
Maschenprobe
14 Maschen und 16 Reihen = 10 cm (4 inches) im halben-Stäbchen-Rippenmuster.
Die Maschenprobe zählt hier – nimm dir die Zeit. Stimmt sie nicht, einfach eine Nadelstärke hoch oder runter.
Abkürzungen
- LM = Luftmasche
- KM = Kettmasche
- FM = feste Masche
- hStb = halbes Stäbchen
- Stb = Stäbchen
- hMG = hinteres Maschenglied (ergibt die Rippstruktur)
- vRStb = vorderes Reliefstäbchen (von vorn um den Maschenkörper – tritt hervor)
- hRStb = hinteres Reliefstäbchen (von hinten um den Maschenkörper – tritt zurück)
- FM zus / hStb zus = 2 Maschen zusammen abmaschen (Abnahme)
- Zopf-Versatz = die nächsten 3 M überspringen, vRStb um die folgenden 3 M, dann vRStb um die 3 übersprungenen M (dabei vor den gerade gearbeiteten M bleiben) – ergibt die Verdrehung
Die Anleitung
Du machst insgesamt 2 Schuhe – lies einmal komplett durch und wiederhole dann für den zweiten.
Teil 1: Die Sohle
Die Sohle wird flach in Reihen gearbeitet, danach häkelst du um die Kanten herum hoch.
Reihe 1: 32 LM anschlagen. FM in die 2. LM ab der Nadel und in jede LM der Reihe. (31 FM)
Reihe 2: 1 LM, wenden. FM in das hMG jeder M der Reihe. (31 FM)
Reihen 3–8: Reihe 2 wiederholen. (31 FM)
Reihe 9 (Fersenformung): 1 LM, wenden. FM zus, FM in hMG bis zu den letzten 2 M, FM zus. (29 FM)
Reihe 10: 1 LM, wenden. FM in hMG jeder M. (29 FM)
Reihen 11–12: Reihen 9–10 wiederholen. (27 FM nach Reihe 11)
Faden abschneiden und vernähen. Deine Sohle läuft an einem Ende leicht zu – das ist die Ferse.
Teil 2: Fuß und Knöchel
Jetzt geht es in geschlossenen Runden nach oben – hier zeigt sich die wunderschöne Rippenstruktur so richtig.
Rd 1: Mit der rechten Seite der Sohle zu dir den Faden an der Fersenmitte hinten ansetzen. 60 FM gleichmäßig um die gesamte Sohlenkante arbeiten (1 FM pro Reihenende an den Seiten, 1 FM pro M an Zehe und Ferse). Mit KM in die erste FM schließen. Markierer setzen. (60 FM) – Mach dir keinen Stress wegen exakt 60: Zwischen 58 und 62 ist alles okay, hauptsache gleichmäßig.
Rd 2: 2 LM (zählt hier nicht als Masche). hStb in das hMG jeder M der Rd. Mit KM in das erste hStb schließen. (60 hStb)
Rd 3–8: Rd 2 wiederholen. (60 hStb)
Teil 3: Zehenformung
Nur über den vorderen Bereich in Reihen hin und her – so entsteht die Zehenkappe.
Zehenbereich markieren: Von der Fersenmitte aus die M 15 und M 45 markieren. Die 30 M dazwischen sind dein Zehenbereich.
Reihe 1 (Zehe): Am Markierer starten, 2 LM. hStb in hMG der nächsten 28 M, hStb zus. Wenden. Restliche M unbearbeitet lassen. (29 hStb)
Reihe 2: 2 LM, erste M überspringen (zählt als Abnahme), hStb in hMG jeder M bis zu den letzten 2 M, hStb zus. Wenden. (27 hStb)
Reihen 3–6: Reihe 2 wiederholen, an jedem Ende abnehmen. (19 hStb nach Reihe 6)
Reihe 7: 2 LM. hStb in hMG jeder M der Reihe. Nicht wenden. (19 hStb)
Teil 4: Knöchelteil
Weiter in der Rd: FM gleichmäßig entlang der Seite der Zehenformung (ca. 6 FM), FM über die zuvor unbearbeiteten Fersenmaschen, FM gleichmäßig die andere Seite der Zehenformung hoch. Mit KM schließen. (ca. 50–52 M)
Knöchel-Rd 1–12: 2 LM. hStb in hMG jeder M der Rd. Mit KM schließen. (50–52 hStb)
Dein Schuh reicht jetzt bis zur Knöchelmitte. Faden abschneiden und vernähen.
Teil 5: Das Zopf-Bündchenband
Wird separat gearbeitet und am Ende angenäht. Der Zopf ist ein einfaches 6-Maschen-Geflecht mit vorhersehbarer Wiederholung – sieht filigran aus, folgt aber einem simplen Rhythmus.
Anschlag: 14 LM.
Reihe 1 (linke Seite): Stb in die 4. LM ab der Nadel und in jede LM der Reihe. Wenden. (12 Stb, die Wende-LM zählt als 1 Stb)
Reihe 2 (rechte Seite): 3 LM. Erste M überspringen. hRStb um die nächsten 2 M, vRStb um die nächsten 6 M (das ist dein Zopfbereich), hRStb um die nächsten 2 M, Stb in die oberste Wende-LM. Wenden. (12 M)
Reihe 3: 3 LM. Erste M überspringen. vRStb um die nächsten 2 M, hRStb um die nächsten 6 M, vRStb um die nächsten 2 M, Stb in die Wende-LM. Wenden. (12 M)
Reihe 4 (Zopf-Versatz-Reihe): 3 LM. Erste M überspringen. hRStb um die nächsten 2 M. Jetzt der Zopf-Versatz: die nächsten 3 M überspringen, vRStb um die folgenden 3 M, dann vRStb um die 3 übersprungenen M (dabei vor den gerade gearbeiteten M bleiben). hRStb um die nächsten 2 M, Stb in die Wende-LM. Wenden. (12 M)
Reihe 5: Reihe 3 wiederholen. Reihe 6: Reihe 2 wiederholen. Reihe 7: Reihe 3 wiederholen. Reihe 8: Reihe 4 wiederholen (Zopf-Versatz).
Diesen 8-Reihen-Rapport fortsetzen, bis das Band ca. 25 cm (10 inches) misst oder bequem mit ca. 2,5 cm (1 inch) Überlappung um die Schuhoberkante passt. Faden abschneiden, langen Faden zum Annähen lassen.
Teil 6: Zusammensetzen
Bündchen annähen: Das Zopfband mit ca. 2,5 cm Überlappung an der Außenseite des Knöchels um die Schuhoberkante legen. Mit Stopfnadel und Faden die Unterkante des Bands von innen an die oberste Knöchelrunde steppen, damit nichts zu sehen ist. Die überlappenden Enden sicher zusammennähen.
Knöpfe: Je 2 Knöpfe außen auf die Überlappung setzen und durch alle Lagen festnähen. Sie sind dekorativ, sichern aber auch die Überlappung.
Letzter Schliff: Alle Fäden vernähen, bei Bedarf vorsichtig dämpfen (die Zöpfe nicht flach pressen). Anprobieren und freuen!
Tipps & Pflege
- Üb den Zopf-Versatz erst an einer Maschenprobe – nach dem zweiten Mal klickt es und fühlt sich natürlich an.
- Markierer großzügig einsetzen: Zopfbereich, Runden, alles was hilft.
- Zwischendurch anprobieren – im Knöchelteil lassen sich Runden für die perfekte Passform noch leicht zugeben oder weglassen.
- Garn-Alternativen: Für wärmere Schuhe Chunky-Garn mit größerer Nadel (Maschenzahl ca. 20 % reduzieren). Für leichtere Hausschuhe DK-Garn mit kleinerer Nadel (Maschenzahl leicht erhöhen). Baumwolle ist nicht ideal – ihr fehlt die Elastizität.
- Pflege: Handwäsche kalt mit mildem Waschmittel, vorsichtig ausdrücken (nicht wringen), flach liegend trocknen. Bei Superwash-Wolle oder Acryl geht auch der Schonwaschgang im Netzbeutel.
Mach sie dir zu eigen: Bündchen in Kontrastfarbe, Bommel dazu, andere Knöpfe – oder ganz ohne Knöpfe mit einer Häkelblume. Und bei rutschigen Böden einfach rutschfeste Sohlenpads drunter.



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