Er sitzt gerade auf meinem Schreibtisch und schaut mich mit seinem Pony über einem Auge an: mein kleines Hochlandrind in Ozeanblau, mit spitzer Partyhüte und einer winzigen Muschel in der Hand. Entstanden ist er als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin – sie liebt Schottland, das Meer und Geburtstage, also habe ich ihr kurzerhand alles drei in einem Kuscheltier geschenkt. Die Mischung aus zotteligem Hochlandrind und Strandparty-Thema ist einfach unwiderstehlich.
Das fertige Rind misst im Sitzen ca. 17,8 bis 20,3 cm (7 bis 8″) und wird aus mittlerem Garn in wunderschönen Meerestönen gearbeitet. Der tiefe Petrol-Körper, die hellblaue Schnauze, die Creme-Akzente und der gestreifte Partyhut mit Bommel wirken zusammen stimmig – gemütlich und feierlich zugleich.
Ich habe die Anleitung für mittlere Anfängerinnen geschrieben: Wenn du Grundmaschen beherrschst und schon einmal in Runden gearbeitet hast – zum Beispiel einen einfachen Amigurumi-Ball –, schaffst du dieses Projekt ganz sicher. Jedes Teil ist überschaubar, die meisten häkeln es an einem Wochenende fertig.

Warum dieses Hochlandrind so gut funktioniert
Körper und Kopf werden als ein durchgehendes Stück von unten nach oben gearbeitet – keine Naht, keine unschöne Übergangsstelle, sondern eine glatte, runde Form. Alles wird in Spiralrunden gehäkelt: kein Verbinden am Rundenende, was dem fertigen Amigurumi einen nahtlosen, professionellen Look gibt.
Die Einzelteile – Schnauze, Ohren, Augen, Arme, Beine, Partyhut, Haare und die kleine Muschel – klingen nach viel, aber jedes arbeitet sich schnell. Und das Geheimnis des sofortigen Wiedererkennungswerts: die zottelige Mähne, die über ein Auge fällt. Einfach Garnsträhnen einknüpfen, etwas trimmen – je wuscheliger, desto besser.
Schwierigkeit und Zeitaufwand
Ich stufe dieses Projekt als mittlere Anfängerin ein. Rechne mit etwa 8 bis 12 entspannten Stunden, inklusive Zusammenbau – ein schönes Wochenendprojekt.
Fertige Maße
- Ca. 17,8 bis 20,3 cm (7 bis 8″) hoch im Sitzen
- Verwendetes Garn: mittlere Stärke (Stärke 4)
Material
Garn
- Hauptfarbe (HF): Tiefes Ozeanblau oder Petrol, mittleres Garn, ca. 110 m (120 yd)
- Farbe A: Hellblau oder Himmelblau, ca. 23 m (25 yd)
- Farbe B: Creme oder Off-White, ca. 37 m (40 yd)
- Farbe C: Mittleres Petrol oder Türkis, ca. 27 m (30 yd)
- Haare: Mischung aus Petrol, Creme und Mittelblau, ca. 18 m (20 yd) insgesamt
Ich habe 100 % Acryl in mittlerer Stärke verwendet: Acryl hält bei Amigurumi wunderbar die Form und es gibt eine riesige Farbauswahl. Red Heart Super Saver, Caron Simply Soft oder Paintbox Yarns Cotton Aran funktionieren alle bestens.
Häkelnadel
- 3,5 mm (oder die Nadelstärke, mit der du feste Maschen ohne Lücken erreichst)
Sonstiges
- Maschenmarkierer (ich mag verriegelbare für Amigurumi)
- Stopfnadel zum Nähen und Vernähen
- Füllwatte (Polyester)
- Zwei schwarze Sicherheitsaugen, 9 oder 10 mm
- Schere
- Stecknadeln zum Positionieren vor dem Nähen
Maschenprobe
Für Amigurumi ist die Maschenprobe nicht kritisch – aber deine Maschen sollten fest genug sein, dass keine Füllwatte durchscheint. Im Zweifel eine Nadelstärke kleiner wählen.
Abkürzungen
- mR = magischer Ring: Verstellbare Anfangsschlinge, die sich komplett zuziehen lässt – kein Loch in der Mitte.
- LM = Luftmasche: Umschlag, durch die Schlinge auf der Nadel ziehen.
- FM = feste Masche: Einstechen, Faden holen (2 Schlingen auf der Nadel), Umschlag und durch beide Schlingen ziehen.
- zun = zunehmen: 2 FM in dieselbe Masche arbeiten.
- abn = abnehmen (unsichtbar): Nur durch die vorderen Maschenglieder der nächsten 2 M einstechen, Faden holen und durch beide ziehen, Umschlag und durch beide Schlingen auf der Nadel ziehen. Deutlich unauffälliger als die Standardmethode.
- KM = Kettmasche: Einstechen, Umschlag, in einem Zug durch Masche und Schlinge ziehen.
- M = Masche(n)
- Rd = Runde(n)
- wdh = wiederholen
- abketten = Faden abschneiden, Ende durch die letzte Schlinge ziehen und festziehen
Besondere Maschen
- Unsichtbare Abnahme (abn): Nur durch die vorderen Maschenglieder arbeiten – so bleibt die Abnahme im fertigen Stück fast unsichtbar. Bei einfarbigen Amigurumi-Teilen ein echter Unterschied.
- Spiralrunden: Alle Teile werden in durchgehenden Spiralrunden gearbeitet – nicht am Rundenende verbinden. Den Maschenmarkierer am Rundenanfang mitführen.
Hinweise vor Beginn
- Körper und Kopf werden als ein Stück von unten nach oben gearbeitet.
- Die Maschenzahlen stehen am Ende jeder Anleitung in Klammern.
- Die Sicherheitsaugen einsetzen, bevor du den Kopf fertig ausstopfst und schließt.
- Alle Teile vor dem Annähen erst feststecken: zurücktreten, aus mehreren Winkeln prüfen, dann nähen. Eile rächt sich bei krummen Ohren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Körper und Kopf
Mit HF (Tief-Ozeanblau) beginnen:
Runde 1: 6 FM in den mR. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (24 FM)
Runde 5: *3 FM, zun* ringsherum wdh. (30 FM)
Runde 6: *4 FM, zun* ringsherum wdh. (36 FM)
Runde 7: *5 FM, zun* ringsherum wdh. (42 FM)
Runden 8 bis 14: FM in jede M. (42 FM) – 7 Runden insgesamt
Das formt den runden Körper. Nun geht es Richtung Kopf.
Runde 15: *5 FM, abn* ringsherum wdh. (36 FM)
Runde 16: FM in jede M. (36 FM)
Runde 17: *4 FM, abn* ringsherum wdh. (30 FM)
Runden 18 bis 22: FM in jede M. (30 FM) – 5 Runden insgesamt
Runde 23: *3 FM, abn* ringsherum wdh. (24 FM)
Runde 24: FM in jede M. (24 FM)
Jetzt fest mit Füllwatte ausstopfen – der Körper soll sich prall anfühlen, aber nicht gespannt.
Runde 25: *2 FM, abn* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 26: *1 FM, abn* ringsherum wdh. (12 FM)
Mehr Füllung in den Kopfbereich geben. Die Sicherheitsaugen zwischen den Runden 20 und 21 einsetzen, ca. 8 M auseinander. Sicherstellen, dass sie fest sitzen, bevor es weitergeht.
Runde 27: Ringsherum abn. (6 FM)
Abketten und das restliche Loch mit der Stopfnadel schließen. Ende sicher vernähen.
Schnauze
Die Schnauze gibt unserem Hochlandrind die typische süße Schnute – in Hellblau für Kontrast.
Mit Farbe A (Hellblau):
Runde 1: 6 FM in den mR. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runde 3: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (18 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (24 FM)
Runden 5 bis 7: FM in jede M. (24 FM) – 3 Runden insgesamt
Abketten, dabei einen langen Faden zum Annähen lassen. Leicht ausstopfen. Mit schwarzem Garn oder Sticktwist zwei kleine Nasenlöcher auf die Vorderseite sticken. Die Schnauze mittig unterhalb der Augen auf das Gesicht stecken und mit Überwendlichstich annähen.
Ohren (2 Stück)
Hochlandrinder haben charakteristische waagerechte Ohren.
Mit HF (Tief-Ozeanblau):
Runde 1: 6 FM in den mR. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runden 3 bis 6: FM in jede M. (12 FM) – 4 Runden insgesamt
Runde 7: *1 FM, abn* ringsherum wdh. (8 FM)
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Das Ohr flach drücken und an der Basis leicht zusammendrücken. Nicht ausstopfen. Seitlich am Kopf leicht nach unten gewinkelt annähen.
Arme (2 Stück)
Einfache Röhren mit cremefarbenen Hufen am Ende.
Mit Farbe B (Creme):
Runde 1: 6 FM in den mR. (6 FM)
Runden 2 bis 3: FM in jede M. (6 FM)
Zu HF (Tief-Ozeanblau) wechseln:
Runden 4 bis 12: FM in jede M. (6 FM) – 9 Runden insgesamt
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Leicht ausstopfen, die Arme dürfen etwas schlaff bleiben. Seitlich an den Körper nähen.
Beine (2 Stück)
Kürzer und stabiler als die Arme.
Mit Farbe B (Creme):
Runde 1: 6 FM in den mR. (6 FM)
Runde 2: In jede M zun. (12 FM)
Runden 3 bis 4: FM in jede M. (12 FM)
Zu HF (Tief-Ozeanblau) wechseln:
Runden 5 bis 10: FM in jede M. (12 FM) – 6 Runden insgesamt
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Fest ausstopfen. Vorn unten an den Körper nähen, sodass das Rind aufrecht sitzt.
Partyhut
Der gestreifte Partyhut mit Bommel macht das Hochlandrind extra besonders.
Mit Farbe C (Mittelpetrol):
Runde 1: 4 FM in den mR. (4 FM)
Runde 2: *1 FM, zun* ringsherum wdh. (6 FM)
Runde 3: FM in jede M. (6 FM)
Runde 4: *2 FM, zun* ringsherum wdh. (8 FM)
Zu Farbe B (Creme) wechseln:
Runde 5: FM in jede M. (8 FM)
Zurück zu Farbe C wechseln:
Runden 6 bis 7: FM in jede M. (8 FM)
Runde 8: *3 FM, zun* ringsherum wdh. (10 FM)
Zu Farbe B wechseln:
Runde 9: FM in jede M. (10 FM)
Zurück zu Farbe C wechseln:
Runden 10 bis 12: FM in jede M. (10 FM)
Abketten, dabei einen langen Faden lassen. Sehr leicht ausstopfen, damit der Hut seine Form hält. Einen kleinen Bommel aus Creme-Garn anfertigen und an die Spitze nähen. Den Hut schräg – mit Schwung – auf den Kopf nähen.
Hochland-Mähne anbringen
Die zotteligen Haare machen das Amigurumi sofort als Hochlandrind erkennbar. Garnsträhnen von ca. 15,2 bis 20,3 cm (6 bis 8″) Länge in Petrol, Creme und Blau zuschneiden.
Jede Strähne mit der Häkelnadel durch eine Masche am Kopf ziehen und sicher verknoten. Die Haare auf einer Kopfseite konzentrieren, sodass sie die Stirn bedecken und über ein Auge fallen. Die Farben zufällig mischen für einen natürlichen, zerzausten Look.
Wenn alle Strähnen sitzen, leicht trimmen für ein welliges, ungleichmäßiges Erscheinungsbild. Je wuscheliger, desto besser.
Muschel häkeln
Dieses süße Detail bindet das Meeresthema wunderschön zusammen.
Mit Farbe B (Creme):
Reihe 1: 8 LM anschlagen, FM in die 2. LM ab Nadel, FM über die Reihe. (7 FM)
Reihe 2: 1 LM, wenden, zun, 5 FM, zun. (9 FM)
Reihe 3: 1 LM, wenden, zun, 7 FM, zun. (11 FM)
Abketten. Mit hellblauem Garn strahlenförmige Linien von der Basis aus aufsticken für die Muscheltextur. Die Muschel an einen Arm nähen.
Zusammenbauen und fertigstellen
Das Zusammennähen von Amigurumi-Teilen kann einschüchternd wirken – hier meine besten Tipps:
- Alles erst feststecken. Bevor ein einziger Stich genäht wird: Jedes Teil stecken, zurücktreten, das Rind aus mehreren Winkeln betrachten. Erst nähen, wenn alles sitzt.
- Stumpfe Stopfnadel verwenden. Spitze Nadeln spalten das Garn und sehen unsauber aus.
- Wenn möglich durch die hinteren Maschenglieder nähen. Das versteckt die Stiche besser.
- Pausen machen. Zusammenbau braucht Geduld – Eile führt zu krummen Ohren und Reue.
Wenn alles angenäht ist, restliche Enden gründlich vernähen – jedes Ende durch mindestens fünf Maschen in verschiedene Richtungen weben, damit sich nichts löst. Dem Rind zum Schluss noch einmal gut zurechtzupfen: Haare richten, Partyhut gerade rücken, Muschel in Position bringen.
Größe anpassen
Für ein größeres Rind dickeres Garn und eine größere Nadel verwenden – die Proportionen bleiben gleich. Für eine Miniaturversion Fingering-Garn und eine 2,5-mm-Nadel. Auch die Farben lassen sich tauschen: klassisches Braun-Weiß für ein traditionelles Hochlandrind oder Pastelltöne für die Babyausgabe. Der Partyhut passt übrigens auch auf viele andere Amigurumi – einfach nacharbeiten und verschenken.
Pflege
Bei Bedarf vorsichtig von Hand waschen und an der Luft trocknen lassen. Acryl verträgt auch eine sanfte Maschinenwäsche. Die Sicherheitsaugen sind wasserfest.
Häufige Probleme
- Das Rind sitzt nicht aufrecht: Die Beine fest ausstopfen und weit genug vorn unten annähen – sie sind das Fundament.
- Ohren stehen komisch ab: An der Basis zusammendrücken und leicht nach unten gewinkelt annähen, nicht gerade seitlich.
- Partyhut wirkt schief: Er soll schief sitzen – aber gewollt schief. Erst stecken, aus allen Winkeln prüfen, dann nähen.
- Mähne sieht zu ordentlich aus: Kräftiger trimmen und die Strähnen mit den Fingern aufrauen. Wuschelig ist hier das Ziel.
- Füllung scheint durch: Fester häkeln oder eine Nadelstärke kleiner wählen.
Mach es zu deinem Rind
Diese Anleitung lädt zum Personalisieren ein: Der Partyhut funktioniert in allen Farbkombis – probiere Regenbogenstreifen oder die Lieblingsfarben des Beschenkten. Die Muschel kannst du durch ein kleines Herz, eine Blume oder einen Mini-Luftballon ersetzen. Ohne Hut und Muschel wird daraus ein klassisches Hochlandrind-Baby fürs Kinderzimmer.
Als Geschenk ist der kleine Kerl unschlagbar: Geburtstag, Sommerparty, oder für alle, die Schottland lieben. Meiner hat auf der Party für mehr Gesprächsstoff gesorgt als die Torte – und das will etwas heißen.
Ich hoffe, dir macht dieses kleine Ozean-Rind so viel Freude wie mir beim Entwerfen. Manchmal ist das beste Geschenk eben eines, das man selbst gemacht hat – Pony über einem Auge inklusive.

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