Monatelang habe ich nach der perfekten floralen Taschenanleitung gesucht – und dieses Muster hat mich sofort umgehauen. Die Rosen-Tote in Lavendel ist genau das, worauf ich gehofft hatte: geschichtete 3D-Rosen in klassischen Granny-Quadraten. Absolut umwerfend. Das ist meine neue Lieblingstasche, und ich freue mich riesig, heute jedes Detail mit dir zu teilen.
Diese Anleitung für Fortgeschrittene ergibt eine strukturierte Baumwolltasche voller weicher, plastischer Rosen. Jede Blüte hat drei abgestufte Blütenblattschichten, die wirklich aus dem Maschenbild herausspringen. Die ganze Tasche entsteht aus flachen Motiven, die du am Ende zusammensetzt – perfekt zum Aufnehmen und Weglegen zwischen den Unterbrechungen des Alltags. Ob du den romantischen Farbweg Antik-Rosé oder die gartenfrische Variante Rosé & Salbei mit Blättern wählst: Du endest mit einer Tasche, nach der sich überall die Köpfe umdrehen.

Was diese Tote besonders macht
Die Magie steckt in der Konstruktion: Du häkelst keine komplizierte Taschenform, sondern 18 einzelne Granny-Quadrate mit je einer wunderschönen 3D-Rose in der Mitte. Dann verbindest du sie zu zwei Paneelen und nähst alles zusammen. Modular, überschaubar – und erstaunlich entspannend, sobald du den Rhythmus drin hast.
Die fertige Tote misst 34 × 38 cm bei einem bequemen Henkelabfall von 24 cm. Geräumig genug für den Alltag, ohne klobig zu wirken. Die soliden Granny-Quadrate ergeben einen stabilen Stoff, der gerade in 100 % Baumwolle wunderbar seine Form hält.
Zwei Farbkombinationen, eine Anleitung
Dieses Muster gibt dir die Wahl:
Farbweg A: Antik-Rosé – nur Rosen, keine Blätter. Die Rosenmitten sind in einem tieferen Roséton gearbeitet, die äußeren Blütenblätter in zartem Blush. Das ergibt einen romantischen Vintage-Look mit wunderschöner Farbtiefe in jeder Blüte.
Farbweg B: Rosé & Salbei – mit zwei salbeigrünen Blättern unter jeder Rose. Die gesamte Rose ist in Blush gehalten, für einen weicheren, garteninspirierten Look. Die grünen Blätter geben einen frischen Farbtupfer auf dem Fliedergrund.
Die Quadrate sind in beiden Varianten identisch – nur Rosenfarben und optionale Blätter ändern sich. Du kannst sogar beide Stile mischen, etwa für ein Set wie auf den Beispielfotos.
Schwierigkeit und Zeitaufwand
Dieses Muster ist als mittel eingestuft. Du solltest dich mit Runden, Farbwechseln und dem Zusammennähen von Teilen wohlfühlen.
Plane 15 bis 20 Stunden ein – grob ein oder zwei Wochenenden engagierter Häkelzeit. Durch die modulare Bauweise kannst du in freien Minuten prima an einzelnen Rosen oder Quadraten arbeiten.
Material
Garn
Du brauchst 100 % Baumwollgarn in Worsted-/Aran-Stärke (#4):
- A: Flieder – Quadrate, Kante, Träger: ca. 549 m
- B: Blush – äußere Rosenblütenblätter: ca. 146 m
- C: Rosé – Rosenmitten: ca. 110 m
- D: Salbei – Blätter (nur Farbweg B): ca. 55 m
Die Angaben enthalten einen kleinen Puffer. Für Farbweg A kannst du Farbe D komplett weglassen. Ich empfehle, einen extra Knäuel der Flieder-Hauptfarbe zu kaufen – Farbpartien variieren, und mittendrin ohne Garn dazustehen ist frustrierend.
Bewährte Garne: Lion Brand 24/7 Cotton (mercerisiert, klare Maschendefinition – die Rosenblätter kommen am besten zur Geltung), Paintbox Yarns Cotton Aran (riesige Farbauswahl, günstig) oder Bernat Handicrafter / Lily Sugar’n Cream (matt, robust, gemütlich-rustikale Optik). Jedes glatte #4-Baumwollgarn, das die Maschenprobe trifft, funktioniert. Eine Baumwoll-Acryl-Mischung gibt eine leichtere, weichere Tasche, hält die Form aber weniger crisp – dann über ein Stofffutter nachdenken.
Häkelnadel und Zubehör
- 4,0 mm Häkelnadel (eine kleinere Nadel bereithalten für enge Rosenmitten, falls du locker häkelst)
- Stopfnadel zum Zusammennähen und Vernähen
- Schere
- Maschenmarkierer
- Optional: Stoff für ein Futter
Maschenprobe
17 Stb × 11 Reihen = 10 × 10 cm in Stäbchen.
Ein fertiges Granny-Quadrat sollte nach dem Spannen ca. 11,5 cm im Quadrat messen.
Häkle vor dem Start unbedingt eine Maschenprobe – nur so trifft deine Tasche die vorgesehene Größe.
Abkürzungen
- LM = Luftmasche
- KM = Kettmasche
- FM = feste Masche
- hStb = halbes Stäbchen
- Stb = Stäbchen
- hMG = hinteres Maschenglied (nur in das hintere Maschenglied einstechen)
- mR = magischer Ring
- M = Masche(n)
- Rd = Runde(n)
- wdh = wiederholen
- RS / LS = rechte Seite / linke Seite
Besondere Maschen
- Geschichtete Blütenblätter: Jede Rose entsteht aus abgestuften Blütenblattschichten. Nach einer Blütenblattrunde klappst du die Blätter nach vorn und arbeitest die nächste Bogenrunde hinter den Blättern in die Maschenkörper einer früheren Runde – so entsteht der wunderschöne plastische Effekt.
- Überwendlichstich: Die Nähte werden mit der Stopfnadel durch die äußeren Maschenglieder zweier zusammengehaltener Teile gearbeitet – ergibt eine saubere, fast unsichtbare Naht.
Hinweise vor Beginn
- Die Maschenzahlen stehen am Ende jeder Runde in Klammern.
- Halte die „dahinter“-Runden (Rd 4 und 6 der Rose) etwas fester, damit sich die Blütenblätter nach vorn wölben und erhaben bleiben. Leichtes Dämpfen nach dem Fertigstellen öffnet die Schichten wunderbar.
- Notiere dir deine endgültige Maschenzahl pro Seite am Quadrat – du brauchst sie beim Zusammennähen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Teil 1: Die 3D-Rose in Schichten (18 Stück)
18 Rosen häkeln, eine pro Quadrat. Die Rose wird von der Mitte nach außen in drei Blütenblattschichten gearbeitet und später auf ein Quadrat genäht. Beim Abketten einen langen Faden lassen.
Für Farbweg A: Rd 1–4 in C (Rosé), dann Rd 5–7 in B (Blush).
Für Farbweg B: Die gesamte Rose in B (Blush). Wer mag, kann eine roséfarbene Mitte einarbeiten.
Rd 1: Mit der ersten Farbe einen mR bilden; 1 LM, 6 FM in den Ring; mit KM in die erste FM schließen. Den Ring zuziehen. (6 FM)
Rd 2: 1 LM, FM in dieselbe M, 3 LM; *FM in die nächste FM, 3 LM; ab * ringsum wdh; mit KM in die erste FM schließen. (6 FM, 6 3-LM-Bögen)
Rd 3: In jeden 3-LM-Bogen (FM, hStb, 3 Stb, hStb, FM) arbeiten; KM in die erste FM. (6 kleine Blütenblätter)
Rd 4: 1 LM. Hinter den Blütenblättern von Rd 3 arbeiten: *FM um den Maschenkörper der nächsten Rd-2-FM, 4 LM; ab * ringsum wdh; schließen. (6 4-LM-Bögen)
Rd 5: (Bei Farbweg A zu B wechseln.) In jeden 4-LM-Bogen (FM, hStb, 5 Stb, hStb, FM) arbeiten; KM in die erste FM. (6 mittlere Blütenblätter)
Rd 6: 1 LM. Hinter den Blütenblättern von Rd 5 arbeiten: *FM um den Maschenkörper der nächsten Rd-4-FM, 5 LM; ab * ringsum wdh; schließen. (6 5-LM-Bögen)
Rd 7: In jeden 5-LM-Bogen (FM, hStb, 7 Stb, hStb, FM) arbeiten; KM in die erste FM. Abketten und einen ca. 30 cm langen Faden lassen. (6 große Blütenblätter, 18 Blütenblätter insgesamt)
Teil 2: Das Salbeiblatt (nur Farbweg B)
2 Blätter pro Quadrat häkeln (36 insgesamt) für die blättrige Variante. Für Farbweg A diesen Abschnitt komplett überspringen.
Blatt: Mit D (Salbei) 7 LM häkeln.
Durchgang 1: Ab der 2. LM ab Nadel: FM, hStb, Stb, Stb, hStb; dann (FM, 1 LM, FM) in die letzte LM für die Spitze.
Durchgang 2: Entlang der gegenüberliegenden Seite der Anschlagskette weiter: hStb, Stb, Stb, hStb, FM; KM in die Basis. Abketten und einen Faden lassen. (ein spitzes Blatt, ca. 4 cm lang)
Teil 3: Das Flieder-Granny-Quadrat (18 Stück)
Mit A (Flieder) arbeiten. Das ist ein solides Granny-Quadrat aus Stäbchen in jeder Masche – ergibt einen robusten, glatten Taschenstoff.
Rd 1: mR; 3 LM (zählt als erstes Stb), 2 Stb in den Ring, 2 LM; *3 Stb in den Ring, 2 LM; ab * noch 2-mal wdh; mit KM in die oberste der Anfangs-3-LM schließen. (12 Stb, 4 Eckbögen, 3 Stb pro Seite)
Rd 2: KM in einen 2-LM-Eckbogen; 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen; *Stb in jede der nächsten 3 Stb, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Eckbogen; ab * noch 2-mal wdh; Stb in die letzten 3 Stb; schließen. (9 Stb pro Seite inkl. Ecken)
Rd 3: KM in einen Eckbogen; 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen; *Stb in jedes Stb bis zur nächsten Ecke, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den Eckbogen; ab * ringsum wdh; Stb in die restlichen Stb; schließen. (15 Stb pro Seite)
Rd 4: Rd 3 wiederholen. Abketten. (ca. 21 Stb pro Seite, Quadrat misst ca. 11,5 cm)
Größenhinweis: Arbeite mehr oder weniger Runden, um bei deiner Fadenspannung die 11,5 cm zu treffen. Die Ecke ist immer (3 Stb, 2 LM, 3 Stb), die Seiten immer 1 Stb in jedes Stb.
Teil 4: Paneele aufbauen und verbinden
4a: Eine Rose auf jedes Quadrat nähen
1. Eine Rose mittig auf die rechte Seite eines Fliederquadrats legen. Bei Farbweg B 2 Salbeiblätter unter gegenüberliegende Rosenränder schieben, sodass die Spitzen hervorlugen.
2. Den Rosenfaden auf eine Stopfnadel fädeln und durch die Rückseite der Rosenmitte ins Quadrat nähen, dabei ein paar innere Blütenblätter mitfassen, damit die Rose erhaben, aber sicher sitzt.
3. Die Blattbasen festheften. Fäden vernähen. Für alle 18 Quadrate wiederholen.
4b: Zu zwei Paneelen verbinden (3 × 3)
9 Quadrate zu einem 3×3-Raster für das Vorderteil anordnen. Für das Rückenteil wiederholen.
1. Zwei Quadrate mit den rechten Seiten nach oben aneinanderlegen, Kanten bündig. Mit A (Flieder) und Stopfnadel im Überwendlichstich nur durch die äußeren Maschenglieder nähen, eine Masche pro Stb, über die Naht.
2. Die Quadrate zu 3 Reihen à 3 verbinden, dann die Reihen ebenso zusammennähen, die Ecken sauber aufeinandertreffend.
3. Ein zweites, identisches 3×3-Paneel anfertigen. Beide Paneele flach auf 34,5 × 34,5 cm spannen.
Rautenvariante: Das fotografierte Modell setzt die Quadrate auf Spitze für einen Rautenlook. Dafür einfach jedes Motiv vor dem Verbinden um 45° drehen und Ober- und Seitenkanten später mit der Muschelkante ausgleichen. Die beschriebene gerade Anordnung ergibt dieselbe fertige Größe und ist einfacher. Beide Wege sind richtig.
Teil 5: Muschel-Oberkante
Entlang der Oberkante jedes Paneels arbeiten, bevor die Paneele zusammengenäht werden. Zähle zuerst die Maschen der Oberkante – die Wiederholung braucht ein Vielfaches von 6, also an den Enden ggf. eine Masche dazu- oder wegnehmen.
Reihe 1: A (Flieder) an der oberen rechten Ecke eines Paneels ansetzen; FM gleichmäßig über die Oberkante. Wenden.
Reihe 2: 1 LM, FM in die erste M; *2 M überspr, 5 Stb in die nächste M, 2 M überspr, FM in die nächste M; ab * über die Reihe wdh. Abketten. (eine Muschel = ein Bogen)
Für das zweite Paneel wiederholen.
Teil 6: Die Träger (2 Stück)
Diese festen Rippenträger werden in hinteren Maschengliedern gearbeitet – schöne Textur inklusive. Die Länge ergibt einen Henkelabfall von 24 cm.
Anschlag: Mit A (Flieder) 8 LM häkeln.
Reihe 1: hStb in die 3. LM ab Nadel und in jede LM. Wenden. (6 hStb, ca. 4 cm breit)
Reihe 2+: 2 LM, hStb in hMG jeder M. Wenden.
Reihe 2 wiederholen, bis der Träger 54 cm misst. Abketten und einen langen Faden lassen.
Längerer Abfall gewünscht? Für je 2,5 cm mehr Abfall ca. 5 cm Trägerlänge zugeben. Für Crossbody-Feeling auf 70–80 cm verlängern.
Teil 7: Fertigstellen
1. Vorder- und Rückenteil mit linken Seiten zusammen halten, die Muschelkanten oben bündig, Rosen nach außen.
2. Mit A (Flieder) eine Seite hinunter, über den Boden und die andere Seite hinauf im Überwendlichstich oder mit Kettmaschennaht verbinden. Die muschelbesetzte Oberkante offen lassen. Gleichmäßig arbeiten, damit die Motive bündig bleiben.
3. Jeden Träger mittig auf einem Paneel positionieren, die Enden 8 cm von jeder Seitenkante einwärts, knapp unter der Muschelkante. Feststecken, sodass der Abfall vorne und hinten gleich ist.
4. Jedes Trägerende fest an der Innenseite der Oberkante annähen – in einem kleinen Quadrat- oder X-Muster durch mehrere Lagen stechen. Zur Verstärkung zweimal herumgehen.
5. Alle Fäden vernähen. Die fertige Tasche dämpfen oder nass spannen, dabei Ecken formen und Rosenblätter öffnen. Flach liegend trocknen lassen.
6. Optionales Futter: Stoff auf die Innentaschenmaße plus 1 cm Nahtzugabe zuschneiden. Zum Beutel nähen und innen an die Oberkante nähen – für extra Struktur.
Farbplatzierung im Überblick
- Quadrate, Kante, Träger: A (Flieder) – beide Farbwoge
- Rosenmitten: Farbweg A: C (Rosé) · Farbweg B: B (Blush)
- Äußere Rosenblätter: B (Blush) – beide Farbwege
- Blätter: Farbweg A: keine · Farbweg B: D (Salbei), je 2
Pflege
- Kalt von Hand waschen mit mildem Waschmittel
- Nicht bleichen
- Flach liegend trocknen, dabei Ecken und Rosen in Form ziehen
- Nicht direkt bügeln – bei Bedarf aus der Ferne leicht dämpfen
- Nicht in den Trockner
100 % Baumwolle wird mit der Zeit etwas weicher und entspannter. Nachspannen nach dem Waschen bringt Blütenblätter und Muschelkante sofort wieder in Form.


📌 Diese Anleitung hat dir gefallen? Dann speichere sie dir auf Pinterest und folge Lust und Genuss für viele weitere kostenlose Häkelanleitungen!