Granny-Square-Taschen wirken einschüchternd, oder? All die kleinen Motive, all das Zusammennähen, all die Fadenenden. Ich verstehe das total. Aber hier ist die Wahrheit: Wenn du Stäbchen und Luftmaschen kannst, kannst du diese Tasche auf jeden Fall häkeln. Jedes Quadrat verwendet exakt dieselben vier Runden, und der Rhythmus wird nach zwei, drei Quadraten zur zweiten Natur.
Diese Tote entsteht aus 34 kleinen Blumenquadraten in zarten Pastelltönen, alle in frischen Creme-Rahmen gefasst. Die Konstruktion ist unkompliziert: Quadrate häkeln, auslegen, zu Paneelen verbinden, dann eine einfache Oberkante und stabile Henkel hinzufügen. Keine komplizierte Formgebung, keine verwirrenden Abnahmen – nur befriedigende Wiederholung und ein wunderschönes fertiges Projekt.
Das ist übrigens das perfekte Muster, um deine Baumwollreste aufzubrauchen. Du weißt schon, welche: das halbe Knäuel Mint, das übrige Pfirsich, das Buttergelb, das du gekauft hast, weil es so hübsch war. Hol sie alle hervor – diese Tote will jeden zarten Farbton, den du hast.

Über diese Anleitung
Diese anfängerfreundliche Anleitung ergibt eine geräumige Markttasche von ca. 30 x 25 x 7,5 cm mit bequemen 23 cm Henkelabfall – perfekt für den Wochenmarkt, als Projektaufbewahrung oder für alltägliche Erledigungen. Rechne mit etwa 10 bis 14 Stunden; damit ist sie ein ideales Wochenendprojekt.
Das Niveau ist leicht bis fortgeschrittene Anfängerin. Du solltest Grundmaschen und das Verbinden von Runden beherrschen – jede Spezialtechnik erklärt die Anleitung Schritt für Schritt. Das Blumen-Granny im Herzen des Designs nutzt eine klassische Struktur, die Häklerinnen seit Generationen lieben, mit einem farbigen Twist, der jedes Motiv vor dem Creme-Hintergrund leuchten lässt.
Material
Garn
Durchgehend Baumwollgarn in DK-Stärke. Baumwolle ist ideal für Taschen, weil sie die Form wunderbar hält und mit der Zeit weicher wird.
- Creme oder Ivory (Hauptfarbe und Einfassungen): ca. 250 g (420 m)
- Sechs Pastellfarben: je ca. 25 bis 30 g (41 m). Denk an Rosa, Lavendel, Mint, Pfirsich, Blau und Buttergelb.
- Ein heller Akzent für die Blütenmitten: kleine Mengen aus deinem Pastellvorrat
Empfohlene Garne: Paintbox Yarns Cotton DK (riesige Pastellauswahl zum fairen Preis), Lion Brand 24/7 Cotton (glatt mit sanftem Glanz) oder Yarn and Colors Must-Have (weiche mercerisierte Baumwolle).
Häkelnadel und Sonstiges
- 4,0-mm-Häkelnadel
- Stopfnadel zum Zusammennähen und Vernähen, Schere, Maschenmarkierer
- Optional: Baumwollstoff plus Nadel und Faden für ein Futter
Maschenprobe
Ein fertiges Blumen-Granny (4 Runden) sollte mit der 4,0-mm-Nadel 7,5 x 7,5 cm messen.
Kurzer Check: Nach Runde 2 sollte dein Quadrat flach liegend ca. 4 cm messen. Ist dein Quadrat zu groß, nimm eine kleinere Nadel; ist es zu klein, nimm eine größere. Die richtige Probe ist hier wichtig, weil sie alle Paneele beim Zusammennähen gleichmäßig hält.
Abkürzungen und besondere Maschen
- LM = Luftmasche
- KM = Kettmasche
- FM = feste Masche
- Stb = Stäbchen: Umschlag, einstechen, Faden holen, Umschlag und durch 2 Schlingen ziehen, Umschlag und durch die restlichen 2 Schlingen ziehen.
- M = Masche(n)
- LM-Bogen = Luftmaschenbogen
- Rd = Runde
- mR = magischer Ring
- [ ] = die Anleitung in den Klammern wie angegeben wiederholen
- ( ) = Maschenzahl oder Gruppierung
Magischer Ring (mR): Das Garn um die Finger schlingen, die erste Runde in die Schlinge arbeiten, dann am Fadenende zuziehen – so entsteht eine saubere Mitte ohne Loch. Alternativ 4 LM häkeln und mit KM zum Ring schließen.
3-Stb-Granny-Gruppe: Drei Stäbchen in denselben Bogen – dieser kleine Fächer ist der Baustein jeder Granny-Runde.
Ecke: (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in einen Eckbogen – so wendet die Ecke und das Quadrat bleibt flach und quadratisch.
Wichtige Hinweise vor Beginn
- Die Tasche braucht insgesamt 34 Blumen-Grannys: 12 für die Vorderseite, 12 für die Rückseite, je 3 für jedes Seitenteil (6 insgesamt) und 4 für den Bodenstreifen.
- Jedes Quadrat folgt denselben vier Runden – nur Mitten- und Blütenblattfarbe wechseln. Die Runden 3 und 4 sind immer cremefarben; dadurch entsteht der schöne Effekt bunter Blumen auf weißem Raster.
- Die Anfangs-3-LM zählt als erstes Stb, sofern nicht anders angegeben.
- Am Rundenende mit KM in die oberste Anfangs-LM schließen, dann mit KM in den nächsten Eckbogen wandern, um für die neue Runde richtig zu stehen.
- Die Fäden gleich beim Arbeiten einweben. Bei 34 Quadraten und vielen Farbwechseln hast du eine Menge Enden – glaub mir, Quadrat für Quadrat ist viel einfacher als ein Fadenberg am Ende.
- Die Quadrate werden mit Kettmaschen durch die hinteren Maschenglieder verbunden – das ergibt eine weiche dekorative Rippe. Überwendlichstich oder jede andere Verbindungsmethode funktioniert aber genauso gut.
Das Blumen-Granny häkeln
34 Quadrate insgesamt arbeiten. Runde 1 ist deine Mittenfarbe (nimm etwas Kräftiges), Runde 2 deine Blütenblattfarbe (ein kontrastierendes Pastell), die Runden 3 und 4 sind immer cremefarben. Mische deine Pastelltöne von Quadrat zu Quadrat frei – das ergibt den schönen verstreuten Regenbogeneffekt.
Runde 1 (Mittenfarbe): In einen magischen Ring: 3 LM (zählt als Stb), 2 Stb in den Ring, 2 LM, [3 Stb in den Ring, 2 LM] 3-mal. Mit KM in die oberste Anfangs-LM schließen. Den Ring fest zuziehen. (12 Stb, 4 Eckbögen)
Runde 2 (Blütenblattfarbe): Mit KM in den nächsten 2-LM-Eckbogen wandern. 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen, [1 LM, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Eckbogen] 3-mal, 1 LM. Mit KM in die oberste Anfangs-LM schließen. (24 Stb, 8 Gruppen)
Runde 3 (Creme): Mit KM in den nächsten Eckbogen wandern. 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen, 1 LM, 3 Stb in den nächsten 1-LM-Bogen, 1 LM, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Eckbogen; ab * zweimal wiederholen, 1 LM, 3 Stb in den letzten 1-LM-Bogen, 1 LM. Schließen. (36 Stb, 12 Gruppen)
Runde 4 (Creme): Mit KM in den nächsten Eckbogen wandern. 3 LM, (2 Stb, 2 LM, 3 Stb) in denselben Bogen, [1 LM, 3 Stb in den nächsten 1-LM-Bogen] zweimal, 1 LM, (3 Stb, 2 LM, 3 Stb) in den nächsten Eckbogen; ab * zweimal wiederholen, [1 LM, 3 Stb in den nächsten 1-LM-Bogen] zweimal, 1 LM. Schließen und abketten. (48 Stb, 16 Gruppen)
Tipp: Nach Runde 4 sollte dein Quadrat 7,5 cm messen. Jedes Quadrat vor dem Zusammennähen sanft auf dieselbe Größe dampfspannen – dieser kleine Schritt macht die Montage so viel schneller und ordentlicher.
Die Rundenstruktur im Überblick
Die Maschenzahlen folgen einem befriedigenden Muster: 12 Stb in Runde 1, 24 in Runde 2, 36 in Runde 3 und 48 in Runde 4. Jede Runde fügt pro Seite eine zusätzliche 3-Stb-Gruppe hinzu – so bleiben die Ecken scharf und das Motiv perfekt quadratisch.
- Runde 1 erzeugt den Mittenpunkt, den hellsten Akzent
- Runde 2 baut den Blütenblattring in kontrastierendem Pastell darum
- Runde 3 beginnt den Creme-Rahmen
- Runde 4 vollendet das Quadrat
Farbverteilung und Quadratzahl
Es gibt keinen festen Farbplan – das ist Teil des Charmes. Wichtig ist nur: eine kräftigere Mitte mit einem weicheren Blütenblattring kombinieren, damit jede Blume gut kontrastiert. Dann die sechs Pastelltöne so verteilen, dass keine zwei identischen Quadrate nebeneinander liegen.
- Vorderpaneel: 4 breit x 3 hoch = 12 Quadrate
- Rückpaneel: 4 breit x 3 hoch = 12 Quadrate
- Seitenteile: 1 breit x 3 hoch, 2 Stück = 6 Quadrate
- Bodenstreifen: 4 breit x 1 hoch = 4 Quadrate
- Gesamt: 34 Quadrate
Lege vor dem Zusammennähen alle Quadrate aus und schiebe sie hin und her, bis du die Anordnung liebst. Mach ein Foto, damit du das Layout beim Zusammensetzen noch weißt.
Die Paneele verbinden
Schritt 1: Das Raster auslegen. Die 12 Quadrate der Vorderseite in einer 4×3-Anordnung arrangieren, die dir gefällt. Dasselbe für die Rückseite. Jedes Seitenteil als 1×3-Streifen vertikal legen, den Boden als 4×1-Streifen horizontal.
Schritt 2: Zu Paneelen verbinden. Mit Creme und aufeinanderliegenden rechten Seiten die Nähte mit Kettmaschen durch die hinteren Maschenglieder schließen. Erst alle vertikalen Nähte verbinden, dann die horizontalen. Du erhältst fünf flache Teile: Vorder- und Rückseite, zwei Seitenteile und den Boden.
Schritt 3: Die Box aufbauen. Den Bodenstreifen mit Kettmaschen an die Unterkante des Vorderpaneels nähen (4 Quadrate auf 4 Quadrate). Dann das Rückpaneel an die gegenüberliegende lange Bodenkante setzen. Du hast nun eine offene Boxform.
Schritt 4: Die Seiten einsetzen. Jedes 1×3-Seitenteil an seinen Platz kettmaschen – mit den Seitenkanten von Vorder- und Rückseite sowie dem kurzen Bodenende verbinden, um die Zwickel zu formen. Nach diesem Schritt hält die Tasche ihre Form.
Schritt 5: Die Ecken ordnen. An jeder Bodenecke ein, zwei extra Kettmaschen arbeiten, um die Naht sauber einzuziehen. Das hilft der Tasche, quadratisch zu stehen und professionell auszusehen.
Oberkante und Henkel
Oberkante
Runde 1: Creme an einer oberen Seitennaht ansetzen. FM gleichmäßig um die gesamte Öffnung arbeiten – 1 FM pro Masche, an den Ecken so verteilen, dass die Kante flach liegt. Mit Kettmasche schließen.
Runden 2–4: 1 LM, FM in jede FM, schließen. Für insgesamt drei glatte Runden wiederholen. Das festigt den Rand und gibt eine saubere fertige Kante.
Henkel (2 Stück)
Zwei Punkte auf der vorderen Kante markieren, mittig und ca. 13 cm auseinander. Hinten spiegelbildlich markieren.
Mit Creme 9 LM häkeln. FM in die 2. LM ab Nadel und in jede LM (8 FM). In fortlaufenden Reihen FM in jede Masche arbeiten, bis der Riemen ca. 46 cm misst. Das ergibt einen langen Riemen, der sich zu einem stabilen doppelt dicken Henkel faltet. Die Länge kannst du an deinen gewünschten Henkelabfall anpassen.
Jeden Riemen der Länge nach falten und die langen Kanten zur Verstärkung mit FM oder Überwendlichstich zusammennähen. Die Henkelenden fest an der Innenseite der Kante an den markierten Punkten annähen, mit mehreren Durchgängen verstärken. Für den zweiten Henkel wiederholen und den Abfall exakt angleichen.
Henkel-Tipp: Bei schwereren Lasten vor dem Vernähen ein Stück Baumwollkordel oder Gurtband in den gefalteten Riemen einlegen. Diese unsichtbare Stütze verhindert, dass sich die Henkel mit der Zeit dehnen.
Fertigstellung und Pflege
Alle restlichen Fäden auf der linken Seite einweben und kurz abschneiden. Die gesamte Tasche sanft dampfspannen oder nass spannen, dabei die Ecken quadratisch und die Kante gerade formen. Vollständig trocknen lassen, während sie mit einem Handtuch ausgestopft ist, damit sie ihre Form hält.
Optionales Futter: Baumwollstoff auf die Innenmaße plus Nahtzugabe zuschneiden, zu einer einfachen Beutelform nähen und knapp unter der Oberkante von Hand einnähen. Ein Futter gibt Struktur und versteckt all die Verbindungsrippen wunderschön.
- Von Hand in kühlem Wasser mit mildem Waschmittel waschen. Baumwolle hält ihre Form am besten bei sanfter Behandlung.
- Feucht in Form ziehen und flach trocknen, fern von direkter Hitze oder Sonne, damit die Pastelltöne leuchten.
- Nicht auswringen. Stattdessen das Wasser auspressen, indem du die Tasche in ein Handtuch rollst.
- Bei Futter die Pflegehinweise des empfindlicheren Stoffs befolgen.
Größen und Varianten
Weil die Tasche aus einem Raster identischer Quadrate gebaut ist, lässt sie sich kinderleicht vergrößern oder verkleinern – einfach ganze Quadrate hinzufügen oder weglassen, und die Rechnung bleibt freundlich.
- Größer: Vorder- und Rückseite um eine Quadratspalte erweitern (5 statt 4 breit) und den Bodenstreifen um ein Quadrat ergänzen – ergibt eine geräumige Weekender-Tasche.
- Höher: Vorder-, Rück- und Seitenteile um eine vierte Reihe ergänzen – ideal als Projekttasche.
- Clutch: Nur Vorder- und Rückseite mit je 3×2 Quadraten arbeiten, drei Seiten verbinden und statt Henkeln eine Knopfschlaufe anbringen.
- Andere Stärke: Dickeres Garn mit 5,0-mm-Nadel ergibt größere Quadrate und eine größere Tasche. Feines Baumwollgarn mit 3,0-mm-Nadel ergibt eine süße Mini-Version.
- Schulterriemen: Jeden Henkel auf ca. 71 cm verlängern für bequemes Tragen über der Schulter.
Denk dran: Ein Quadrat entspricht 7,5 cm. Multipliziere mit der Quadratzahl pro Kante, um jede Größe zu planen – noch bevor du die Nadel in die Hand nimmst.

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