Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mich haben schon immer Projekte angezogen, bei denen die Leute stehen bleiben und starren. Dieses Schmetterlings-Cape ist genau so ein Hingucker.
Die Kombination aus kräftigen marineblauen Adern, blauen Farbverlaufszellen und der wunderschönen Muschelbordüre ergibt etwas wirklich Tragbares und Künstlerisches. Die ganze Dramatik eines Statement-Stücks – mit einer Konstruktion, die überraschend zugänglich ist, sobald man sie in Einzelschritte zerlegt.
Wenn du schon immer einmal Colorwork, Oberflächenhäkeln oder Formgebung ausprobieren wolltest, dich aber nicht getraut hast: Das ist dein Zeichen. Die Techniken sind Mittelstufe, aber ich führe dich durch jeden einzelnen Schritt, damit du deine eigenen atemberaubenden Schmetterlingsflügel erschaffen kannst.

Das macht diese Anleitung besonders
Dieses Cape ist vom ikonischen Blauen Morphofalter inspiriert, berühmt für seine brillanten irisierenden blauen Flügel mit schwarzem Rand. Das fertige Stück liegt über deinen Schultern und öffnet sich vorn – wenn du die Arme ausbreitest, entsteht die Illusion von Schmetterlingsflügeln.
Die Konstruktion ist clever, aber geradlinig: Du arbeitest zwei gespiegelte Flügelpaneele, verbindest sie am hinteren Mittelteil, fügst Oberflächenhäkel-Adern für die authentische Schmetterlingsanatomie hinzu und schließt mit einer marineblauen Muschelbordüre und hellblauen Punkten ab. Das Ergebnis ist ein blickdichtes, hüftlanges Cape mit ca. 145 bis 160 cm Spannweite von Fingerspitze zu Fingerspitze.
Wichtig: Das ist eine visuelle Referenzanleitung – du solltest eine Maschenprobe häkeln und die Maßkontrollpunkte unterwegs nutzen. Jede Häklerin hat eine etwas andere Spannung, und Körperproportionen variieren. Wenn du deine Arbeit regelmäßig mit den Zielmaßen abgleichst, sitzt dein fertiges Cape wunderschön.
Level und Zeitaufwand
Mittelstufe bis fortgeschrittene Anfänger. Du solltest dich wohlfühlen mit einfacher Formgebung (Zu- und Abnahmen), Farbwechseln, Oberflächenhäkeln und dem Zusammennähen von Teilen. Die Maschen selbst sind einfach – hauptsächlich feste Maschen. Die Komplexität liegt im Managen von Formgebung und Farbplatzierung, nicht in schwierigen Maschenmustern.
Zeitaufwand: 40 bis 60 Stunden – ein großes Herzensprojekt.
Größen und Maße
- Halsausschnitt: 48 bis 54 cm (19 bis 21 Zoll)
- Hintere Mittellänge: 63 bis 68 cm (25 bis 27 Zoll)
- Halbe Flügelspannweite: 72 bis 80 cm (28 bis 31,5 Zoll)
- Obere Flügeltiefe: 38 bis 42 cm (15 bis 16,5 Zoll)
Diese Maße ergeben eine flexible Erwachsenengröße. Anpassungshinweise für größer oder kleiner stehen weiter unten.
Was du brauchst
Garn: Feines bis mittleres mattes Baumwollgarn oder Baumwollmischung, insgesamt ca. 1.250 bis 1.500 m. Ein glattes, gezwirntes Garn gibt die sauberste Aderdefinition.
- Himmelblau (A): 450 bis 500 m – innere Flügelzellen
- Kobaltblau (B): 400 bis 450 m – mittlere/äußere Flügelabschnitte und obere Schultern
- Mitternachts-Marine (C): 350 bis 400 m – Adern, Halsausschnitt, Bordüre, Bänder
- Hellblau (D): 50 bis 70 m – kleine Bordürenpunkte
Häkelnadel: 4,0 mm (US G/6) oder die Nadelstärke für die Maschenprobe. Optional 3,5 mm für festeres Oberflächenhäkeln.
Sonstiges: Verschließbare Maschenmarkierer, Stopfnadel, Schere, flexibles Maßband, rostfreie Stecknadeln oder Spanndrähte, Spannmatten.
Maschenprobe nicht vergessen
18 FM × 20 Reihen = 10 cm nach dem Nassspannen.
Schon 10 % Abweichung bei der Maschenprobe verändert die Flügelspannweite spürbar – überspringe diesen Schritt bitte nicht. Arbeite mindestens 24 FM × 24 Reihen, wasche und spanne genau wie für das fertige Cape geplant, dann miss erneut.
Abkürzungen
- LM = Luftmasche
- KM = Kettmasche (einstechen, Umschlag, durch Masche und Schlinge auf der Nadel in einer Bewegung ziehen)
- FM = feste Masche
- M = Masche(n)
- zun = zunehmen (2 FM in dieselbe Masche arbeiten)
- abn = abnehmen (2 FM zusammenhäkeln: in die nächste M einstechen, Schlinge hochholen, in die folgende M einstechen, Schlinge hochholen, Umschlag, durch alle 3 Schlingen ziehen)
- hMG = nur hinteres Maschenglied
- re/li = rechte/linke Seite
Spezialtechnik: Oberflächen-Kettmasche
Diese Technik erzeugt die Schmetterlingsadern auf deinem fertigen Stoff. Halte das Arbeitsgarn auf der linken Seite. Stich die Häkelnadel von der rechten auf die linke Seite und hole eine Schlinge hoch. Stich am nächsten markierten Punkt ein, ziehe das Garn durch den Stoff und durch die Schlinge auf der Nadel. Halte die Schlingen locker, damit sich der Stoff nicht wellt. Stell es dir vor wie Zeichnen mit Garn: Du erzeugst eine erhabene Linie, die auf den vorhandenen Maschen sitzt.
Die Farbkarte verstehen
Das Cape besteht aus zwei gespiegelten Keilen. Jeder Flügel enthält vier lange, spitz zulaufende visuelle Zellen, getrennt durch marineblaue Oberflächenhäkel-Adern. Der Häkelstoff selbst ist einfarbig gearbeitet; der Zelleneffekt entsteht ausschließlich durch Farbblöcke und die darübergelegten Adern.
- Schulterkappe: Die oberen 8 bis 10 cm am Hals – Kobaltblau (B), später mit Marine (C) eingefasst
- Innere obere Zelle: Langer Keil vom Hals zum äußeren oberen Flügel – Himmelblau (A)
- Mittlere obere Zelle: Flügelmitte – Himmelblau (A) zu Kobaltblau (B) verlaufend
- Äußere obere Zelle: Nahe der breitesten Außenkurve – Kobaltblau (B)
- Untere Zellen: Drei kleinere spitze Lappen – innen Himmelblau (A), zum Rand Kobaltblau (B)
- Adern/Kante: Alle Zellgrenzen und Umrandung – Mitternachts-Marine (C)
Farbverlaufs-Abkürzung: Wenn du nicht mehrere Garne mitführen willst, arbeite klare Farbblöcke: Farbe A für die inneren 55 bis 60 % jedes Flügels, Farbe B für die äußeren 40 bis 45 %, dann lassen die marineblauen Aderlinien den Übergang optisch verschmelzen.
Die Anleitung
Rechtes Flügelpaneel häkeln
Die Anleitung unten ergibt einen kompletten Flügel. Der linke Flügel wird spiegelbildlich gearbeitet. Setze einen Markierer in die erste Masche jeder rechten Reihe, um die Halsausschnittkante zu verfolgen.
1. Anschlag und Halsausschnittkante: Mit Farbe B 63 LM anschlagen.
Reihe 1 (re): FM in die 2. LM ab der Nadel und über die Reihe. (62 FM)
Reihen 2 bis 6: 1 LM, wenden, FM über die Reihe. (62 FM)
Dieser feste Streifen liegt über der Schulter und bildet die Oberkante des Flügels.
2. Oberen Flügel erweitern:
Reihe 7: 1 LM, wenden, zun, FM bis zur letzten M, zun. (64 M)
Reihe 8: FM über die Reihe. (64 M)
Reihen 7 und 8 noch fünfmal wiederholen. (74 M)
Die Außenkante beginnt sich zu runden, während die Halsausschnittkante stabil bleibt.
3. Himmelblaue Innenzelle beginnen:
Reihe 19: Mit Farbe B 18 FM arbeiten, zu Farbe A wechseln und bis zum Ende arbeiten.
Reihe 20: Mit Farbe A 54 FM arbeiten, zu Farbe B wechseln für die letzten 20 FM.
Das ungenutzte Garn nur 2 bis 3 Maschen an einem Übergang mitführen. Sonst abschneiden und Fäden vernähen.
4. Breiten oberen Flügel aufbauen:
Reihen 21 bis 34: In den etablierten Farben weiterarbeiten. In jeder rechten Reihe an beiden Enden zunehmen. In jeder linken Reihe FM ohne Formung. Gleichzeitig jede A/B-Farbgrenze alle zwei Reihen um 1 Masche nach außen verschieben, um spitz zulaufende Zellen zu erzeugen. Mit ca. 88 Maschen enden.
5. Äußeren oberen Flügel runden:
Reihen 35 bis 44: An der Halsausschnittkante gerade arbeiten. An der Außenkante in 4 rechten Reihen zunehmen, dann 2 Reihen gerade arbeiten, dann in 2 rechten Reihen an der Außenkante abnehmen. Die ersten 22 bis 26 Maschen nahe der Schulter überwiegend in Farbe B halten. Innere Zellen bleiben überwiegend Farbe A.
6. Unteren Flügel verjüngen:
Reihen 45 bis 50: In jeder Reihe 1 Masche an der Außenkante abnehmen. Halsausschnittkante gerade arbeiten.
Reihen 51 bis 56: In jeder rechten Reihe an beiden Enden abnehmen. Linke Reihen gerade arbeiten. Das verengt den Stoff unter dem breiten oberen Flügel.
7. Ersten unteren Lappen formen:
Reihen 57 bis 64: An der Außenkante in den Reihen 57, 59, 61 und 63 zunehmen. Innenkante gerade arbeiten.
Reihen 65 bis 70: An der Außenkante in jeder rechten Reihe abnehmen. Innere Hälfte in Farbe A, äußere Hälfte in Farbe B verwenden.
8. Zweiten unteren Lappen formen:
Reihen 71 bis 80: Den vorherigen Lappen wiederholen, aber 2 Reihen kürzer: An abwechselnden rechten Reihen 4-mal an der Außenkante zunehmen, dann an abwechselnden rechten Reihen abnehmen, bis sich der Lappen nach innen wölbt.
9. Dritten kleinen unteren Lappen formen:
Reihen 81 bis 88: In den ersten 4 Reihen 2-mal an der Außenkante zunehmen, in den letzten 4 Reihen 2-mal an der Außenkante abnehmen. Eine sanfte Innenschräge an der Halsausschnitt-/hinteren Mittelkante beibehalten, indem in den Reihen 84 und 88 je 1 Abnahme gearbeitet wird.
10. Untere Spitze: 4 bis 8 Reihen in FM weiterarbeiten, dabei in jeder rechten Reihe je 1 Masche an jeder Kante abnehmen, bis 18 bis 22 Maschen übrig sind. Abketten. Der fertige Flügel sollte eine abgerundete obere Hälfte und drei zunehmend kleinere untere Kurven haben statt eines spitzen Dreiecks.
Maßkontrollpunkt: Vor jeder Einfassung das Paneel leicht spannen. Es sollte ca. 72 bis 80 cm von der Halsausschnittkante bis zum breitesten Außenpunkt und 63 bis 68 cm von der Schulteroberkante bis zum tiefsten Punkt messen. Ist es zu klein, Reihen im breiten oberen Flügelabschnitt hinzufügen, bevor du die unteren Lappen formst.
Linkes Flügelpaneel häkeln
Ein zweites Paneel genau wie das rechte arbeiten, aber alle Farbwechsel und die Außenkantenformung spiegeln. Die Halsausschnittkante muss nach innen zeigen, wenn beide Paneele mit der rechten Seite nach oben nebeneinander liegen. Spiegelregel: Wo das rechte Paneel „Außenkante” sagt, nimmst du beim linken die gegenüberliegende Kante. Dieselben Reihen- und Maschenzahlen beibehalten. Die Paneele alle 10 bis 12 Reihen zusammenlegen, um die Symmetrie zu prüfen.
Rücken verbinden und Halsausschnitt formen
- Beide Paneele vor dem Verbinden leicht auf dieselben Maße spannen. Die Muschelkurven noch nicht dehnen.
- Mit den rechten Seiten nach außen die oberen Innenkanten ausrichten. Etwa 6 bis 8 cm unterhalb des Halsausschnitts beginnend die beiden Paneele über 18 bis 22 cm mit Matratzenstich in Farbe B oder C zusammennähen. Das ergibt die hintere Mittelnaht, während die Vorderseite offen bleibt.
- Am Halsausschnitt Farbe C an einer vorderen Halsecke ansetzen. 1 Runde FM gleichmäßig um die gesamte Halsöffnung arbeiten, dabei ca. 2 FM pro 3 Reihenenden setzen. Einen fertigen Halsumfang von 48 bis 54 cm anstreben.
- Eine zweite Halsausschnittreihe in hMG-FM für dezente Struktur arbeiten. Abketten.
Mitternachtsblaue Schmetterlingsadern hinzufügen
Die Aderführung ist das prägende Merkmal dieses Capes. Skizziere jede Linie mit herausnehmbaren Markierern oder kontrastierendem Hilfsgarn, bevor du mit dem Oberflächenhäkeln beginnst.
- Hauptader: Vom Hals-/hinteren Mittelbereich eine schwungvolle Linie zum breitesten äußeren oberen Flügelpunkt markieren.
- Obere Äste: 3 Äste von der Hauptader zur Oberkante markieren. Der erste Ast sollte kurz und fast waagerecht sein. Die nächsten beiden sollten nach außen winkeln, um die langen himmelblauen Zellen zu teilen.
- Untere Äste: 3 absteigende Äste markieren, die zwischen den unteren Lappen enden, nicht in deren Mitte.
- Äußere Zellschleifen: Flache gebogene Linien hinzufügen, die jedem Lappen folgen und zu einer Ader zurückführen – so entstehen längliche Schmetterlingszellformen.
Die Linien arbeiten: Mit Farbe C und 3,5- bis 4,0-mm-Nadel Oberflächen-KM über alle markierten Linien häkeln, von der Basis nach außen. Jede Masche locker genug halten, dass das Cape flach bleibt. An dicken Kreuzungen nur einen kurzen Verstärkungsdurchgang arbeiten. Keine vielen Schichten stapeln. Für eine leicht erhabene Ader nur an den wichtigsten Ästen direkt daneben eine zweite Oberflächen-KM-Linie arbeiten. So bleibt die Linie kräftig, ohne das ganze Cape steif zu machen.
Marineblaue Muschel-Umrandung
- Anschlagsrunde: Farbe C an einer vorderen Halsecke ansetzen. FM gleichmäßig um den gesamten Außenumfang bis zur gegenüberliegenden vorderen Halsecke arbeiten. An Reihenenden ca. 2 FM pro 3 Reihen verwenden. Wo nötig eine Masche zufügen oder auslassen, damit der Stoff flach liegt.
- Runde 2: 1 LM, ggf. wenden. FM in jede M der Runde, dabei an der tiefsten Stelle jedes unteren Lappens eine Zunahme setzen und zwischen den Lappen 1 Abnahme, wenn die Kante zu wellen beginnt.
- Muschelrunde: 2 M überspringen, 6 Stb in die nächste M, 2 M überspringen, KM in die nächste M – um die Runde wiederholen. Wo die Kurve eng ist, eine kleinere 5-Stb-Muschel verwenden. Wo sie breit ist, eine 7-Stb-Muschel. Die Muschelzahl auf beiden Flügeln spiegeln.
- Fertigstellen: Sauber mit KM in die erste Bordürenmasche verbinden und abketten. Die Muscheln dämpfen oder nass zu glatten runden Bögen spannen.
Hellblaue Bordürenpunkte
18 bis 26 kleine Punkte in Farbe D häkeln, je nach Muschelzahl. Je einen Punkt in etwa jede zweite oder dritte marineblaue Muschel setzen, gleichmäßig über beide Flügel gespiegelt.
Rd 1: Magischer Ring, 1 LM, 8 FM in den Ring. Mit KM verbinden.
Rd 2: 1 LM, 2 FM in jede M der Runde. (16 FM) Verbinden und abketten, dabei einen Nähfaden lassen.
Anbringen: Jeden Kreis mittig auf eine marineblaue Muschel nähen, mit winzigen unsichtbaren Stichen durch die hinteren Maschenglieder. Die Punkte flach halten. Nicht ausstopfen.
Vordere Halsbänder
- Mit Farbe C an einer vorderen Halsausschnittecke ansetzen und 46 bis 55 LM häkeln (ca. 30 bis 35 cm). Mit KM entlang der Kette zurückarbeiten für eine feste Kordel. Abketten.
- An der gegenüberliegenden vorderen Halsausschnittecke wiederholen.
- Optionale Enden: Eine winzige Kugel aus 8 FM oder einen flachen Kreis aus 2 Runden in Farbe C häkeln und an jedes Bandende nähen. Die Bandenden leicht halten, damit sie den Halsausschnitt nicht nach unten ziehen.
Anpassen und variieren
- Mehr Armbedeckung: 6 bis 10 M zum Anschlagsstreifen hinzufügen und 4 bis 6 Reihen vor Beginn der unteren Flügelformung einfügen.
- Kürzeres Cape: Einen unteren Lappen weglassen oder aus jedem unteren Lappenabschnitt 2 Reihen entfernen.
- Weiterer Halsausschnitt: Weniger hintere Mittelreihen zusammennähen und beim Einfassen weniger Halsabnahmen arbeiten.
- Engerer Halsausschnitt: 2 bis 4 zusätzliche hintere Mittelzentimeter zusammennähen, dann die Halsbordüre straffer arbeiten.
- Stärkerer Farbverlauf: Ein mittleres Königsblau zwischen A und B für 6 bis 10 Reihen in der äußeren Hälfte jeder Zelle verwenden.
- Leichterer Stoff: Eine Baumwollmischung mit mehr Fall verwenden, aber dieselbe gespannte Maschenprobe einhalten, damit die Formgebung stimmt.
Kompakte Reihenkarte (pro Flügelpaneel)
- Reihen 1 bis 6: Schulteransatz – 62 FM, gerade
- Reihen 7 bis 18: Erste Erweiterung – an beiden Enden jede re Reihe zun bis ca. 74 M
- Reihen 19 bis 34: Breiter oberer Flügel – Farbblöcke plus zun an beiden Enden jede re Reihe bis ca. 88 M
- Reihen 35 bis 44: Äußere obere Kurve runden – Außenkante zun, dann gerade, dann abn
- Reihen 45 bis 56: Übergang zum unteren Flügel – stetige Außenkantenverjüngung, dann Abnahmen an beiden Kanten
- Reihen 57 bis 70: Unterer Lappen 1 – äußere Zunahmefolge, dann Abnahmefolge
- Reihen 71 bis 80: Unterer Lappen 2 – kürzere Wiederholung von Lappen 1
- Reihen 81 bis 88: Unterer Lappen 3 – zwei Zunahmen, zwei Abnahmen, leichte Innenschräge
- Reihen 89+: Untere Spitze – an beiden Kanten jede re Reihe abn bis 18 bis 22 M
Fertigstellen und Spannen
- Alle Fäden auf der linken Seite vernähen, dabei die Garnlagen leicht aufsplitten, damit nichts wandert.
- Das Cape in kühlem Wasser mit einer kleinen Menge woll-/baumwollsicherem Waschmittel einweichen (sofern für dein Garn geeignet). Wasser sanft herausdrücken. Nicht wringen.
- Den Halsausschnitt zuerst auf Maß stecken, dann die oberen Flügel symmetrisch ausbreiten. Jeden unteren Lappen und jede Muschel einzeln stecken.
- Prüfen, dass die hintere Mittelnaht senkrecht sitzt und beide Flügelspitzen auf gleicher Höhe sind.
- Vollständig trocknen lassen. Stecknadeln entfernen und die Oberflächenhäkel-Adern leicht mit den Fingern formen, sodass sie erhaben, aber nicht wellig sitzen.
Montage-Checkliste vor dem Fertigmelden: Beide Flügelpaneele stimmen in Reihenzahl und gespannten Maßen überein; die hintere Mittelnaht ist sicher und von rechts fast unsichtbar; der Halsausschnitt sitzt bequem, ohne die Schultern hochzuziehen; die oberen Flügel sind breit genug für gespreizte Arme; die unteren Lappen spiegeln sich in Tiefe und Wölbung; die Oberflächenhäkel-Adern wellen den Stoff nicht; die marineblaue Bordüre liegt flach ohne Kräuseln oder Schüsseln; die hellblauen Punkte sind gleichmäßig verteilt und fest angenäht; alle Fadenenden sind verborgen, keine Knoten auf der rechten Seite sichtbar; die final gespannten Kanten sind glatt, symmetrisch und vor dem Tragen vollständig trocken.
Ein hilfreicher Tipp: Fotografiere das fertige Cape flach ausgebreitet, bevor du die Bordüre hinzufügst. So kannst du beide Flügel vergleichen und Asymmetrien früh korrigieren, bevor du dich auf die finale Einfassung festlegst. Für das originalgetreueste Ergebnis zum Referenzbild hat Symmetrie Vorrang vor exakten Reihenzahlen.
Geschafft!
Dieses Cape ist effektiv eine geformte textile Illustration: Der glatte, einfarbige Häkelstoff sorgt für den Fall, während das Oberflächenhäkel-Netzwerk die erkennbare Schmetterlingsanatomie erzeugt. Danke, dass du dich für diese Anleitung entschieden hast – ich hoffe, du liebst dein Blaues Morpho-Cape genauso sehr wie ich das Entwerfen geliebt habe.


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